Mode

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In Afrika legt man großen Wert auf seine Kleidung, auch weil sie den sozialen Status anzeigt. Viele Frauen leihen sich Geld, damit sie sich ein eindrucksvolles Kleid anfertigen lassen können. Was sie am Körper tragen ist so sehr Ausdruck der eigenen Persönlichkeit wie wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Welt. Denn Klamotten "von der Stange“ sind in Afrika noch wenig verbreitet und die Gewänder entstehen in kreativer Zusammenarbeit von Schneider und Kundin, wobei bekannte Sängerinnen oder Schauspieler durchaus modische Vorbilder abgeben. Sonntags tragen viele Afrikanerinnen besonders schöne, mehrteilige Kostüme mit passendem Kopftuch.

Kleidung demonstriert in Westafrika häufig mehr als modisches Gespür: In Ghana, der Elfenbeinküste und Burkina Faso stehen bestimmte Muster für bestimmte Sprichwörter und verleihen dem Stoff eine intellektuelle Bedeutung. Auch Symbole des Technikzeitalters werden in den Textilien aufgegriffen. Die Trägerin eines Stoffes, der beispielsweise mit Mobiltelefonen bedruckt ist, zeigt mit ihrer Kleidung, dass sie moderne Technologien kennt, obwohl sie sich vielleicht selbst kein Handy leisten kann. Die Herstellung von Mode ist einer der florierendsten Wirtschaftszweige Westafrikas und eine der bedeutendsten Modeschöpferinnen kommt aus dem Senegal: Oumou Sy verbindet Tradition und Zeitgeist zu gefeierten Kreationen. In ganz Afrika längst ein Star findet die "Königin der Couture“ auch im Westen zunehmend Bewunderer.