Biokraftstoffe

Energie- und Rohstoffwende

Der Übergang von atomaren und fossilen Energieträgern wie Erdöl, -gas oder Kohle zu erneuerbaren Energien wird Energiewende genannt. Sie ist Teil der Rohstoffwende, die neben der energetischen auch den stofflichen Bereich umfasst. Die Rohstoffwende beschreibt, wie immer mehr erdölbasierte Rohstoffe in der Industrie durch nachwachsende ausgetauscht werden. Häufige pflanzliche Roh- und Werkstoffe sind Zellulose, Stärke, Zucker, Öle, Fasern und Kautschuk. Anders als im Energiebereich, wo auch Sonne, Wind oder Wasser zu den Quellen zählen, gibt es bei Materialen keine andere Alternative als nachwachsende Rohstoffe. In manchen Produktionsabläufen sind die energetische und die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe miteinander verbunden, z. B. fallen bei Biogasherstellung Zelluslosefasern an, die industriell weiterverarbeitet werden können.

Nachwachsende Rohstoffe (NawaRo)

Manche Gewächse eignen sich als Grundlage für Kraftstoffe - als so genannte Anbaubiomasse - besonders gut. Sie enthalten entweder überdurchschnittlich viel Fett (Öl) oder Stärke bzw. Zucker. Gegenüber fossilen Energieträgern haben Energiepflanzen zwei entscheidende Vorteile: Sie wachsen nach und sie nehmen beim Gedeihen so viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf, wie sie als Treibstoff abgeben. Bei näherer Betrachtung dieser so genannten CO2-Neutralität zeigt sich aber, dass der Kohlendioxid-Kreislauf nicht immer geschlossen ist.

Wenn zum Beispiel bei der Verarbeitung von Biomasse zu Treibstoffen Energie aus Kohle eingesetzt wird, sieht die Klimabilanz von Agrarkraftstoffen schlecht aus. Bei der Herstellung von Bioethanol mit Kohlekraft steigen die CO2-Emissionen sogar um 30 Prozent, während sie um 35 Prozent fallen, wenn das Bioethanol mit Erdgas produziert wird. Ein Minus in der Klimabilanz nachwachsender Rohstoffe ist auch, dass in der intensiven Landwirtschaft das Treibhausgas Distickstoffmonoxid ("Lachgas") frei wird, das 298mal stärker wirkt als CO2.
 
Bei der abschließenden Beurteilung der Klimarelevanz eines Biokraftstoffes zählt sein gesamter Lebensweg und auch, wie Nebenerzeugnisse und Abfälle genutzt werden können. So eignen sich zum Beispiel die Pressrückstände von Rapskörnern als Viehfutter und die Gülle aus der Tierhaltung kann wiederum in Biogasanlagen verwertet werden.

Probleme

Bioethanol

Pflanzenöl

Biodiesel (RME)

Biogas und BtL-Kraftstoffe