Geologie, Klima & mehr

Tief unter den malerisch in die blaue See gestreuten Inseln Südostasiens arbeiten gewaltige Kräfte, die große Gefahren mit sich bringen. Denn das Indonesische Archipel liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der glühende Saum des riesigen Pazifiks. In dieser Zone gleitet die schwerere ozeanische Platte unter die leichteren Kontinentalplatten, wobei sich ungeheure Spannungen in der Erdkruste aufbauen und sich flüssiges Magma seinen Weg nach oben bahnt. Der Pazifische Feuerring hat mehr als 90 Prozent aller irdischen Vulkane hervorgebracht und allein in Indonesien gibt es 130 aktive Vulkane. Einer der weltweit Ausbruchsfreudigsten ist der Gunung Merapi („Feuerberg") auf Java, aus dem regelmäßig Lava quillt, der Asche spuckt, Steine schleudert und gefährliche Gaslawinen rollen lässt. Verheerender als die Ausbruchsbeben der grummelnden Riesen wirken sich in der Regel die tektonischen Beben aus, bei denen starke seismische Wellen die Erdoberfläche zum Schwingen bringen.

Riesige Artenvielfalt

Forscher und Umweltfreunde entzückt die riesige Artenvielfalt des Indonesischen Archipels, auf deren Eiländern und größeren Inseln verschiedenste Tiere und Pflanzen leben. Erdgeschichtlich waren einige Inseln einst mit Asien verbunden und andere mit Australien. Faszinierenderweise gibt es noch heute eine zwischen den Inseln verlaufende biologische Grenze, an der die typisch asiatische Fauna und Flora in die australisch geprägte Natur übergeht. Diese biogeografische Grenze wird „Wallace-Linie" genannt nach dem Forscher Alfred Russel Wallace. Wegen der außerordentlichen Artenvielfalt dieser Region, gilt sie als „Hotspot" der Biodiversität. So gibt es nur in den tropischen Anden mehr Vogelarten als dort. Längst ist dieses Naturparadies durch die wachsende Bevölkerung Indonesiens und zunehmende Rodungen bedroht. Um seine Einzigartigkeit zu bewahren, fordern Fachleute, auf betroffenen Inseln Schutzgebiete einzurichten.

Hier Winter, dort Sommer

Wenn im Norden Sumatras Winter ist, ist im Süden Sommer, denn mitten durch die Insel verläuft der Äquator. Ob Pullover oder T-Shirt der Witterung angemessen sind, dürfte aber weniger an der Jahreszeit als an der allgemeinen Großwetterlage liegen. Und die verspricht für Südostasien ganzjährig warme Temperaturen von um die 27 Grad. Überhaupt ähnelt sich das Klima in den verschiedenen Gegenden der Region mit der Ausnahme, dass die Regenhäufigkeit von der Nulllinie zu den Wendekreisen hin abnimmt. Deswegen ist es im Bereich zwischen dem achten Breitengrad Nord und dem achten Breitengrad Süd immerfeucht, außerhalb dieses Streifens gibt es sieben bis neun feuchte Monate. Kurzum: Wer nach Südostasien reist, sollte ein schwüles Klima gut vertragen können.

Zwischen heute und morgen

Um Chaos zu vermeiden wurde die Datumsgrenze mehr oder weniger entlang des 180. Längengrads gezogen, der größtenteils im „Niemandsland" über maritimen Gewässern verläuft. Aber sie kreuzt auch Staaten, die sich aussuchen müssen, ob die Datumslinie nun östlich oder westlich einen Bogen um ihr Hoheitsgebiet machen soll. Obwohl die Philippinen nur in der Nähe des 180. Längengrads verortet sind, verlegte der Inselstaat ein Mal die Datumsgrenze vom Westen nach Osten. Damals hatte der Handel mit China gegenüber dem Handel mit Mexiko an Bedeutung gewonnen und ein einheitliches Datum vereinfachte die Geschäfte mit dem Kaiserreich. Durch das Verschieben der Datumsgrenze ging den Filipinos ein Tag in ihrer Geschichte verloren: Der 31. Dezember 1844 fand auf den Philippinen nie statt.