Das Königreich Funan

Ein wichtiger Anlaufpunkt für die zwischen China und Indien pendelnden Händler war die Hafenstadt Oc Eo im Mekong-Delta. Viele Kaufleute ankerten dort länger, um den Wechsel der Monsunwinde abzuwarten. Der Knotenpunkt gehörte zum Königreich Funan und vor allem indische Kaufleute entschlossen sich, dort sesshaft zu werden. Durch ihre Präsenz wurden Hinduismus und Buddhismus auch bei den Einheimischen populär und die neuen Glaubensrichtungen verbreiteten sich vom Mekong-Delta ausgehend in weiten Teilen Südostasiens.  
Dank des regen Handels entwickelte sich Funan zum ersten größeren Reich der Region. Oc Eo nannten die Chinesen wegen seiner Delta-Lage „Hafen der tausend Flüsse". Aber nicht nur Wasser floss an der Stadt entlang: Funde wie eine Goldmünze mit dem Antlitz des römischen Kaisers Antonius Pius aus dem Jahr 152 dokumentieren die bis nach Europa reichenden Handelsströme der damaligen Globalisierung. Funan verdiente am florierenden Geschäft über Steuern mit, die als Perlen, Edelmetalle oder Dufthölzer entrichtet werden mussten.