Das Königreich Sukhothai

Von den frühen Königreichen ist Sukhothai besonders bedeutend für die heutigen Thai. Seine Existenz begann mit zwei Feldherren, die den Landstrich aus den Händen der ungeliebten und zu dieser Zeit geschwächten Khmer befreiten. Einer der beiden, Khun Bang Klang Thao, wurde 1238 König der abtrünnigen Region, erklärte sie für unabhängig und gründete eine Herrscher-Dynastie. König der Herzen wurde aber sein Sohn Ramkhamhaeng, der für Thais auch heute noch den Inbegriff des wohlwollenden, gerechten und weisen Königs verkörpert. Ramkhamhaeng vergrößerte Sukhothai mit üblichen militärischen Mitteln, bediente sich darüber hinaus aber geschickt der Kultur und Diplomatie, um die Stämme des Reiches zu vereinen. Die Verpflichtung gegenüber seinem Volk nahm Ramkhamhaeng angeblich so ernst, dass er jedem Einwohner - egal ob gebürtiger Thai oder nicht - gestattet haben soll, ihm wichtige Anliegen persönlich vorzutragen. Ethnischen Minderheiten soll er gleichberechtigte Aufstiegs- und Bildungschancen garantiert haben und soll sehr daran interessiert gewesen sein, bestehendes Wissen mit fremden Know-how zu verbinden. So wurden in Sukothai einzigartige Dinge entwickelt, wie seine berühmte Keramik. Um die kulturelle Eigenständigkeit des Reiches zu unterstreichen, etablierte Ramkhamhaeng eine eigene Schrift, die für heutige Thais noch lesbar ist. Dennoch lagen Anfang und Ende Sukhothais dicht beisammen: Schon im 14. Jahrhundert wurde es vom jungen Thai-Königreich Ayutthaya unterworfen.