Kolonialgeschichte

Als erste Seemacht entwickelte Portugal den Ehrgeiz, sich vom kostspieligen Zwischenhandel mit Arabern, Indern, Türken und Venezianern zu befreien und erschloss sich den Seeweg nach Indien selbst. Nachdem Vasco da Gama die Route zum Subkontinent gefunden hatte, war es nur noch ein nautischer Katzensprung bis nach Südostasien. 1511 fassten die Portugiesen als erste Europäer in der Region Fuß und eroberten die strategisch günstig gelegene malaiische Hafenstadt Malakka. Sie glaubten dadurch den Gewürzhandel in der Region kontrollieren zu können, doch die indischen, arabischen und chinesischen Händler ließen sich das Geschäft nicht verderben und wichen umgehend auf andere Häfen aus. Schon 130 Jahre später erbeuteten die Holländer das inzwischen verarmte Malakka von den Portugiesen, denen in Südostasien nur noch die vergleichsweise winzige Inselkolonie Osttimor blieb. Mit Ausnahme von Siam wurde Südostasien von den Niederlanden, England, Spanien und Frankreich aufgeteilt und besetzt. Später reihten sich die Vereinigten Staaten als Kolonialmacht ein und die Japaner als Besatzer während des Zweiten Weltkrieges.