Philippinen: Amerikaner vertrieben Spanier

Die spanische Krone beanspruchte die Philippinen, die sie nach König Philipp II benannt hatten. Ein erklärtes Ziel der Spanier war die Verbreitung des Christentums und sie importierten den Katholizismus auf die Inselgruppe, der den dort noch nicht tief verankerten Islam weitgehend verdrängte. Die Spanier zog es nach Osten: Sie wollten die Handelsroute Richtung Amerika kontrollieren und nutzten dafür ihr Standbein in Mexiko. Den philippinischen Markt teilten sich die Spanier mit den Chinesen auf, einheimische Händler wurden von der Bildfläche verdrängt. Noch heute haben die Nachkommen dieser Chinesen entscheidenden Einfluss im Wirtschafts- und Finanzsektor der Philippinen.
Ende des 19. Jahrhunderts verloren die Spanier die Macht in der Region, nachdem sie von den Amerikanern während des Spanisch-Amerikanischen Krieges bei der Schlacht in der Bucht von Manila besiegt wurden. Die Amerikaner bekamen Rückendeckung von philippinischen Nationalisten, die der spanischen Machthaber längst überdrüssig waren. Die Amerikaner hatten die Freiheitskämpfer glauben lassen, mit ihrer Attacke auf die Spanier die Unabhängigkeitsbestrebungen der Filipinos unterstützen zu wollen. In Wirklichkeit verfolgten die USA eigene Kolonialpläne und traten zur großen Enttäuschung der Nationalisten umgehend in die Fußstapfen der verjagten Spanier. Prosteste aus Bevölkerung und Autonomiebewegung schlugen die Amerikaner blutig nieder.