Politik

Nachdem die Kolonialmächte abgezogen waren, entstanden in Südostasien eine Reihe autoritärer Regime. Staaten wie Vietnam, Laos und Kambodscha gerieten unter die Kontrolle von Machthabern mit kommunistischer Ideologie. Rechtsgerichtete Diktatoren wie Ferdinand Marcos auf den Philippinen übernahmen in anderen Teilen Südostasiens die Führung. Während das Militär in Burma dauerhaft herrscht, putschte es zum Beispiel in Thailand regelmäßig „unpassende" Regierungen aus dem Amt.

Die nichtkommunistischen Staaten Südostasiens suchten Stabilität und Stärke in einer Allianz. Angeregt wurde ein Bündnis von Thailand, das sich durch den bei seinen Nachbarn um sich greifenden Kommunismus besonders bedroht sah. Weil aber das gegenseitige Misstrauen groß war, verliefen die Verhandlungen zäh und es kam erst am 8. August 1967 zum Schulterschluss: Der Grundstein für den Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) war von Thailand, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur gelegt worden. Die Interessengemeinschaft zielte darauf ab, die regionale Wirtschaft zu stärken, sozialen Fortschritt zu ermöglichen und das kulturelle Erbe zu bewahren. Politische Ziele wurden nicht formuliert, um einflussreiche Mächte wie China nicht zu verärgern. Später traten der Union auch Brunei, Burma, Vietnam, Laos und Kambodscha bei.

Auf dem Demokratie-Index 2008 der The Economist Intelligence Unit erreichten Timor-Leste, Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen die besten Demokratisierungswerte Südostasiens, wenn auch nur das Urteil „mangelhafte Demokratie". Schlechter schnitten das wohlhabende Singapur und Kambodscha ab als Mischformen zwischen Demokratie und autoritärem Regime. Zu den autoritären Regierungen gehören laut Index Vietnam, Laos und Burma. Neben der auch in den demokratischeren Staaten oft ungezügelten Polizei- und Militärgewalt ist auch die grassierende Korruption ein großes Problem in Südostasien.

Vietnam: Offene Märkte, verschlossene Führung

Thailand: Wie viel Macht dem Volk?

Philippinen: Popularität und Politik

Indonesien: Junge Demokratie