Philippinen: Popularität und Politik

Bei der Wahl philippinischer Präsidenten spielte bisher weniger ihre Partei- als ihre Familienzugehörigkeit eine Rolle. Wie seit dem Ende der Marcos-Diktatur üblich stammt auch das amtierende Staatsoberhaupt Gloria Mascapagal Arroyo aus einem Politikerclan: Ihr Vater war philippinischer Präsident. Ähnlich gute Aussichten auf das höchste Regierungsamt haben auf den Philippinen populäre Personen wie Arroyos Amtsvorgänger Joseph Estrada, ein beliebter Filmschauspieler. Es gilt als erwiesen, dass Arroyo ihre Wiederwahl 2004 durch massiven Wahlbetrug erzwungen hat. Bezeichnend knapp war das Ergebnis: Arroyo wurden 40 Prozenten der Stimmen zuerkannt, ihrem Konkurrenten, dem kurz nach den Wahlen verstorbenen Filmschauspieler Fernando Poe Jr., ließ man 37 Prozent. Seitdem ist Arroya vorwiegend damit beschäftigt, sich gegen hartnäckige Anschuldigungen zu wehren und vermeintliche oder echte Putschversuche zu vereiteln.

Auf den Philippinen begehen Soldaten und Ordnungskräfte regelmäßig Menschenrechtsverletzungen. Ob politisch motivierte Morde an Andersdenkenden oder das brutale Vorgehen gegen Rebellen und muslimische Separatisten auf südlichen Inseln - den staatlichen Ordnungskräften können viele Verbrechen angelastet werden. Wobei erwähnt werden muss, dass auch Rebellengruppen wie der bewaffnete Arm der kommunistischen Partei oder muslimische Aufständische erhebliche Menschenrechtsverletzungen verschulden.
Trotz der Auseinandersetzungen mit den Moslems im Süden hegen die Philippinen enge Beziehungen zu islamisch geprägten Staaten und muslimische Länder wie Malaysia, Indonesien oder Libyen übernehmen immer wieder Vermittlerrollen im Dialog der Konfliktparteien.