Indonesien: Junge Demokratie

Seit der Abnabelung von den Niederlanden befand sich Indonesien jahrzehntelang im eisernen Griff konservativer und während des Kalten Krieges von den USA unterstützter Militärs: 1967 wurde General Suharto Präsident, der die Ermordung hunderttausender angeblicher Kommunisten veranlasste. Ebenfalls in seine Amtszeit fiel die blutige Besetzung des heutigen Timor-Lestes. Erst 1998 trat der korrupte Präsident zurück angesichts massiver Ausschreitungen und dem Verlust an Einfluss in den eigenen Reihen.

2004 wählten die Indonesier ihren Präsidenten zum ersten Mal direkt und seitdem wird die Republik von der Weltöffentlichkeit als Demokratie anerkannt. Bei der Wahl setzte sich Susilo Bambang Yudhoyono durch, der es in seiner militärischen Laufbahn zum dekorierten General gebracht hat. Der von Volk und Medien SBY genannte Präsident wurde auf fünf Jahre gewählt, 2009 ist also Wahlkampf in Indonesien. Obwohl er Reformen auf den Weg brachte, die sich als nützlich für das Land erwiesen haben, sind seit SBYs Amtsantritt immer weniger Menschen mit seiner Politik zufrieden. Ein chancenreicher Gegenkandidat ist bisher nicht in Sicht. Stattdessen breitet sich Politikverdrossenheit aus, weil keine der etablierten Parteien die Interessen der Bürger ausreichend vertritt. Jugendliche stehen der vorherrschenden Politik besonders ablehnend gegenüber. Bei einer Umfrage gaben mehr als die Hälfte der jungen Leute an, im Wahljahr für keine der großen Parteien stimmen zu wollen.