Zum Beispiel Indonesien

Indonesien gehörte zu den von der Asienkrise 1997 am stärksten betroffenen Ländern. Heute hat sich das Land von dem Schock erholt, die Wirtschaft wächst wieder und der Anteil der Indonesier, die unter der Armutsgrenze leben, ist inzwischen mit 15,4 Prozent niedriger als kurz vor der Krise. Viele Indonesier sind frustriert, weil sie vom etwa sechsprozentigen realen Wirtschaftswachstum im eigenen Geldbeutel nicht viel bemerken. Zumal die Inflationsrate von etwa sechseinhalb Prozent viel Geld verschlingt.

Besonders die Preissteigerung beim Reis setzte den Geringverdienern sehr zu. Zeitweise gaben arme Indonesier in den vergangenen zwei Jahren unverhältnismäßige 35 Prozent ihres Geldes für Reis aus. Die hohe Arbeitslosigkeit im Inselstaat ging trotz Wachstum kaum zurück. Nach den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind zwischen 30 und 40 Prozent der Indonesier ohne Job und in jedem Jahr kommt die enorme Zahl von zwei Millionen neuer Arbeitssuchender hinzu, die von der Wirtschaft selbst dann nicht aufgenommen werden können, wenn sie so weiter wächst wie bisher. Auf der anderen Seite werden zwei Drittel der Wirtschaftsleistung Indonesiens im informellen Sektor erbracht und entziehen sich so jeder genauen Statistik.

Die schweren Naturkatastrophen der letzten Jahre (Tsunami 2004 und 2006 sowie Erdbeben 2005 und 2006) kosteten viele Menschenleben und zerstörten Produktionsmittel sowie Infrastruktur. Beim Wiederaufbau der von der Flutwelle 2004 verwüsteten Region Aceh wurden allerdings große Fortschritte gemacht und sie zeigt heute mehr wirtschaftliche Aktivität als vor der Katastrophe.