Probleme & Herausforderungen

Religiöse Pole

Der Süden Südostasiens ist muslimisch geprägt - in Malaysia ist der Islam sogar Staatsreligion. Seit den 70er Jahren wird die strengere Ausübung des Islams in Malaysia immer populärer. Wie groß die Macht sunnitischer Rechtsgelehrten inzwischen ist, zeigt sich am Umgang mit Malaien, die vom Islam zu einer anderen Religion übertreten möchten: Alle ethnischen Malaien werden als Muslime geboren, dürfen aber laut Verfassung ihre Religion frei wählen. Nur leider kann sich kein Malaie mehr wirksam auf dieses Bürgerrecht berufen. Denn das letzte Wort in solchen Fällen übertrugen die Zivilgerichte den ultrakonservativen Scharia-Richtern, die das Abfallen vom Islam („Apostasie") getreu dem islamischen Recht eigentlich mit dem Tod ahnden müssten. So gesehen erscheint die übliche Strafe für Konvertiten mild: gewöhnlich werden sie von Scharia-Gerichten „nur" zu einigen Monaten Umerziehungslager verurteilt. Um ihr Leben fürchten müssen Wechselwillige dennoch: islamische Eiferer quittierten die Abkehr vom Islam durchaus mit Morddrohungen. Gefängnis droht Malaien, die sich einer „nicht anerkannten" Religion zuwenden: So wurden Mitglieder der kleinen, bizarren Sekte „Königreich des Himmels" zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Sowohl Sekte als auch Heiligtum wurden von Behörden und Religionshütern zerschlagen. Unter anderem verehrte der Kult, der für religionsübergreifende Harmonie eintrat, eine gigantische Teekanne.

Arme Ballungsräume sind der ideale Nährboden für Fundamentalismus. Auch indonesische Slums entwickelten sich zu Hochburgen radikaler Islamisten, die unter den verzweifelten Menschen viele Unterstützer finden. Auch in Indonesien vermischen sich ziviles und religiöses Recht: einige Provinz- und Stadtverwaltungen haben Gesetze eingeführt, die aus der Scharia abgeleitet sein sollen und vor allem die Frauenrechte einschränken. Allerdings haben die Ansichten der strengen Islamisten keinen Rückhalt bei den meisten Indonesiern.

Im überwiegend buddhistischen Thailand ist die Krise im muslimischen Süden das drängendste innenpolitische Problem. Der Konflikt begann 1902, als sich Thailand (damals Siam) die heutigen Südprovinzen einverleibte, die damals ein unabhängiges Sultanat bildeten. Beginnend mit den 30er Jahren übte die thailändische Regierung zudem einen enormen Assimilierungsdruck auf die muslimische Bevölkerung aus, deren kulturelle und religiöse Selbstbestimmung stark eingeschränkt wurde. Dadurch verschärfte sich der Konflikt und immer mehr Muslime unterstützten die Separatisten in ihrer Forderung nach Abspaltung von Thailand. Der Jahrzehnte andauernden Gewalt fielen und fallen vor allem Zivilisten zum Opfer. 

Erd- und Seebeben

Palmölplantagen bedrohen Orang Utan

Todesstrafe und Menschenrechte

Gewalt gegen Frauen und sexuelle Ausbeutung