Projekte im Fairen Handel

Reis zum fairen Preis: Thailand und Laos

Kleinbauern, die in Thailand Reis anbauen, haben es schwer: Die meisten müssen ihre Erträge wenig fruchtbaren Böden abringen und auf den Regen ist nicht immer Verlass. Sie sind von Überschuldung gebeutelt und chancenlos, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Viele Kleinbauern gehören zu den Ärmsten Thailands, denen nur der Faire Handel die Chance auf ein besseres Leben bietet.

Der thailändischen Vermarktungsorganisation Green Net gelang es, ein großes Netz des Fairen Handels zu knüpfen: Etwa 1.000 genossenschaftlich organisierte Bäuerinnen und Bauern produzieren Bio-Reis, der von Green Net im In- und Ausland vertrieben wird. Aber Green Net erkannte auch das Marktpotenzial, das im Inland heranreifte: Über den Verkauf ins westliche Ausland hinaus setzte die Organisation auf ein weiteres Standbein im Inland und baute ein Vertriebsnetz aus 30 Naturkostläden in Thailand auf. Europa ist für Green Net jedoch der bei weitem wichtigste Absatzmarkt. Deutsche Partner sind die Fairhandelsorganisationen gepa, dwp und el-puente. Dwp bietet außerdem fair gehandelte Kokosnussmilch von Green Net an.

Green Net möchte vor allem erreichen, dass die Kleinbauern der Kooperative mehr Geld in der Tasche haben. Für sie lohnen sich der höhere Preis im Fairen Handel und die Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Große Vorteile bringen auch die langfristigen Liefervereinbarungen und die Möglichkeit, problemlos einen Kredit aufnehmen zu können. Green Net hilft den Bauern außerdem, ihren Anbau auf ökologische Methoden umzustellen. Diese Umstellung ist vor allem mit der Vermittlung von Know-how verbunden und die anschließenden Kontrollen im Rahmen der Bio-Zertifizierung kosten Geld. Bio-Ware bringt den Kleinbauern an sich schon mehr Bares ein, aber Green Net überlegte, wie sich die Situation weiter verbessern ließe. Die Organisation mit Sitz in Bangkok dachte sich, dass es günstiger wäre, wenn für die Beratung im ökologischen Anbau keine europäischen Fachleute mehr angefordert werden müssten. Green Net kämpfte erfolgreich für die Gründung der thailändischen Bio-Zertifizierungsorganisation ACT (Organic Agriculture Certification Thailand), die heute Beratung und Überprüfung der Öko-Kleinbauern in Thailand übernimmt.

Die Experten erläutern zum Beispiel, wie das mit den Fischen im Reisfeld geht - ein Aspekt des ökologischen Reisanbaus. In den Reisbecken werden Fische gezüchtet und Enten gehalten, die als Schlachtvieh den Speiseplan der Bauern bereichern oder verkauft werden. Green Net beschloss, auch die Weiterverarbeitung der Reisernte zu integrieren zugunsten von zusätzlichen Arbeitsplätzen und Einkommen: Es wurden Reismühlen und Verpackungsstationen angeschafft. Green Net macht sich zudem gegen Gentechnik und die Patentierung von Reissorten stark. Lieber fördert die Organisation den Anbau robuster Sorten, die sich unter den jeweiligen Standortbedingungen seit langem bewähren. Damit die Mitglieder immer über ausreichend eigenes Saatgut verfügen, half Green Net, eine Saatgutdatenbank aufzubauen.

In den Dörfern zeigen sich die zahlreichen Bemühungen von Green Net in einem sichtlich besseren Lebensstandard. So gibt es dort inzwischen beispielsweise Schulen und Gesundheitsstationen und insgesamt ist das Landleben lebenswerter geworden.

Augenschmaus: Lila Reis aus Laos

Lila Kühe gibt es nicht, lila Reis dagegen schon. Allerdings wird er erst beim Kochen lila und ist eigentlich eine besondere Mischung schwarzer und weißer Körner. Lila Reis stammt aus Laos, wo er traditionell zu festlichen Gelegenheiten aufgetischt wird. Denn auf dem Teller bieten die violetten Körner gerade zusammen mit orangefarbenen, gelben oder grünen Speisen einen hübschen Anblick und bekanntlich isst das Auge mit.

Gepa und el puente bringen die laotische Spezialität nach Deutschland. Sie beziehen den lila Reis von der Association de Soutien au Développement des Sociétés Paysannes au Laos, kurz ASDSP. Zur Gesellschaft gehören etwa 450 Kleinbauernfamilien, die in den Bergregionen Kasi und Vangvien Reis anbauen. Viele Bergbauern gehören zu den ethnischen Minderheiten und haben es deswegen in dem ohnehin schon armen Land besonders schwer. Die ASDSP regte sie zunächst dazu an, aus wildwachsenden Früchten Konfitüre herzustellen und sie zu verkaufen. Gleichzeitig entwickelte man die Vangvien-Lilareismischung und fand interessierte Abnehmer im Ausland. Inzwischen gründete die ASDSP auch eine Vermarktungsorganisation und eine Genossenschaft.

Für die Bauern hat dank ASDP eine neue Zeit begonnen. Ihr Einkommen ist nicht nur wegen des höheren Preises gestiegen, den sie für den Reis im Fairen Handel bekommen: Von Anfang an steckte die ASDP Gewinne in den Bau kleiner Staudämme, die das Wasser auf den Reisfeldern halten und so eine künstliche Bewässerung ermöglichen. Der Effekt ist enorm: Statt einer Ernte werden auf bewässerten Feldern zwei oder gar drei Ernten eingestrichen. Das schont die Umwelt, weil die Kleinbauern auf Brandrodungen verzichten können, da ihr bereits vorhandenes Feld genug Erträge schafft. Auch auf ökologische Anbaumethoden legt die Organisation großen Wert. Weil aber das Geld für die Zertifizierung noch nicht übrig ist, trägt die Lilareismischung bislang nicht das Bio-Label.

Kunsthandwerk: Vietnam

Philippinen: Faire Mangos

Zuckerdose, Armenhaus: Philippinen

Philippinen: SAFFY

Philippinen: Papier aus der Krisenregion

Indonesien: Pekerti