Philippinen: Faire Mangos

In Südostasien lässt man sich Mangos seit mehr als 4.000 Jahren munden und das Aroma der tropischen Frucht ist auch bei uns sehr beliebt: Joghurt, Quark, Eiscreme oder Säfte - es gibt kaum ein fruchtig-frisches Produkt ohne Sorte mit Mangogeschmack. Auch in trockener Form kommt die populäre Frucht gut an. Getrocknete Mangoscheiben waren von Anfang an ein Verkaufsschlager im Fairen Handel und werden neben anderen Mangoerzeugnissen von den Fairhandelsorganisationen dwp und el puente angeboten.

Die Mangos dafür wachsen auf den Philippinen, wo die Preda-Stiftung gegen Armut kämpft. Ganz besonders liegen ihr die leidgeprüften Kinder aus armen Elternhaus am Herzen: Auf den philippinischen Inseln leben etwa 100.000 Kinder, die sich prostituieren oder zur Prostitution gezwungen werden. In Bordellen fristen die Mädchen und Jungen ein erbärmliches Dasein. Oft bekommen sie nicht einmal genug Nahrung geschweige denn Medikamente, weil sich kranke Kinder schnell durch „neue", gesunde Kinder ersetzen lassen. Für Preda ist der Mangoanbau ein wichtiges Mittel, um die Lebenssituation von Eltern und Kindern so zu verbessern, dass sie weniger anfällig für die Angebote und falschen Versprechen der Menschenhändler sind. Zum Beispiel lassen sich mit den Früchten eines Mangobaums ein Jahr lang die Schulkosten für zwei Kinder erlösen.

Dwp ist seit der ersten Stunde ein wichtiger Abnehmer der Preda-Erzeugnisse. Damit möglichst viele Verbraucher auf den Geschmack der fairen Mangoleckereien kommen, wird die Produktpalette ständig weiterentwickelt: Von Fruchtaufstrich über Balsamessig, Sirup und Mangopüree bis hin zu Äffchen aus Fruchtgummi. Die vielen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung bringt den Bauern den Vorteil, nun auch Mangos verkaufen zu können, die sonst wegen ihrer geringen Größe wertlos gewesen wären.
Predas Mangoverkauf ist so schwungvoll, dass er ganz nebenbei dazu beitrug, ein lokales Mangokartell aufzubrechen. Seitdem bekommen auch Kleinbauern, die ihre Mangos bisher nicht im Fairen Handel absetzen können, rund 30 Prozent mehr Geld für ihre Früchte. Und indem sich immer mehr Preda-Mangobauern dem ökologischen Anbau zuwenden, wird die ohnehin schon lebensstiftende Wirkung der Mangobäume noch verstärkt: Die bis zu 30 Meter hohen Pflanzen spenden Schatten, in dem sich verschiedene Tiere und Pflanzen gern ansiedeln.