Indonesien: Pekerti

Pekerti ist die Kurzform eines langen indonesischen Namens, der übersetzt „Stiftung des indonesischen Volkes für die Förderung des Kunsthandwerks" bedeutet. Die gemeinnützige Organisation gründete sich Mitte der 70er Jahre, weil damals das Durchschnittseinkommen der Indonesier derartig abgesackt war, dass sie sich den Kauf traditioneller Handwerkskunst nicht mehr leisten konnten. Mit der gleichzeitig stärker werdenden Konkurrenz billiger Industriewaren war das reiche indonesische Kunsthandwerk in seiner bisherigen Form dem Untergang geweiht.

Pekerti wollte das traditionelle Kunsthandwerk nicht dem Zerfall preisgeben und nahm die Vermarktung von Artikeln in die Hand. Gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen betreut Pekerti heute mehr als 120 Produzentengruppen, die in stark vernachlässigten Gebieten auf Java und sechs anderen indonesischen Inseln ansässig sind. Neben hauptberuflichen Kunsthandwerkern gehören zu den Produzenten auch Bauern, die sich mit den Holzarbeiten ein Zubrot verdienen sowie Wohltätigkeitsorganisationen, die mit Waisen oder Behinderten arbeiten. Einige Kleinproduzenten machen mit Pekerti ihre ersten Schritte als Kunsthandwerker und sobald sie das nötige in diese Arbeit gewonnen haben, eröffnen sie eigene Werkstätten und Läden. Auch zahlreichen Opfern der verheerenden Naturkatastrophen der letzten Jahre, wie dem Tsunami 2004 und dem Erbeben 2006, hat Pekerti neue Erwerbsperspektiven gegeben.

Für Pekerti sind die Förderung von Frauen und nachhaltigen Produktionsweisen besonders wichtig. So handelt es sich beim verarbeiteten Rohstoff um vom Forstministerium lizenziertes, in den staatseigenen Wäldern geschlagenes und schnell wachsendes Holz. Darüber hinaus helfen Sozialarbeiter den Kooperativen und Dörfern, den solidarischen Umgang miteinander zu lernen. Dazu gehört, dass sich die Gruppen gegenseitig und die Gruppenmitglieder untereinander Geld leihen neben der Kreditvergabe durch Pekerti. Die Organisation trägt mit Beratungen, Schulungen und anderen Aktivitäten zur Selbstständigkeit und Verbesserung der Lebensumstände der Produzenten bei, die von Pekerti einen höheren als den marktüblichen Preis für ihre Erzeugnisse bekommen. Zwar werden die meisten Artikel exportiert, aber auch im Land ist traditionelles Kunsthandwerk wieder gefragter. Pekerti vermarktet nicht nur Holz- und Bambusobjekte, auch Keramik, Terrakotta und Textilien gehören zum Sortiment. Nach Deutschland werden Pekerti-Erzeugnisse durch dwp und el puente gebracht.