Klima, Vegetation & Geologie

Klima und geologische Besonderheiten
Im an die Karibik grenzenden Osten des mittelamerikanischen Festlands herrscht ein feuchtwarmes, tropisches Klima, das zum Pazifik im Westen hin niederschlagsärmer ist. Für den Klimawechsel sorgt unter anderem der vor der Pazifikküste bis zu 6.652 Meter tief ins Wasser ragende Mittelamerikagraben. Die Rinne wirkt auf das darüber liegende Wasser wie ein Kühlsystem und sorgt so dafür, dass sich die aufgewärmten Feuchtluftmassen vom Festland schneller abkühlen und schon über dem Meer abregnen. Im Westen Zentralamerikas machen sich die Jahreszeiten deswegen deutlicher bemerkbar: Von November bis April ist Trockenzeit, in der anderen Hälfte des Jahres ist Regenzeit.

Im Mittelamerikagraben wirken die Kräfte der Erdplattenbewegungen: Die ozeanische Kokosplatte rutscht unter die Nordamerikanische und die Karibische Platte, die beide leichter sind. Völlig reibungslos verschwindet sie nicht in der Tiefe, es treten Spannungen auf, die sich in Erdbeben entladen. Am westlichen Rand Mittelamerikas ist zudem eine Vulkankette entstanden, die zum pazifischen Feuerring gezählt wird. Einige Vulkane sind fast 3.000 Meter hoch, wobei kleinere Exemplare ebenso gefährlich sein können. Von den ansässigen Menschen wurden die grollenden Berge schon immer gefürchtet und sind Teil der indigenen Mythologie. Aber sie haben auch ihr Gutes: Wenn sie mineralienreiche Asche regnen lassen, gleichen sie gigantischen Düngeschleudern, die zum Beispiel fruchtbares Hoch- oder Schwemmland entstehen lassen.

Genau genommen gehört Mexiko geografisch zu Nordamerika, wird aber wegen seiner kulturellen Prägung gemeinhin trotzdem Mittelamerika zugerechnet. Im Hochland und in Richtung Norden wechselt das Klima von feucht zu trocken. Dort erstrecken sich einige Wüsten, von denen jede ihre eigenen landschaftlichen Reize oder besonderen Arten beherbergt. Im Nordwesten liegt die Sonora, die von der Grenze zu den Vereinigten Staaten durchzogen wird. Nur dort gedeihen die stattlichen Saguaros, die auch Kandelaberkakteen heißen und wegen ihrer prägnanten Form sehr beliebt sind. Wenn man von einer Pflanze behaupten kann, zur Populärkultur zu gehören, ist das der Saguaro.

Hurrikane
Auf der Karibikseite gibt es keinen Tiefseegraben, der die aufgeheizten, feuchten Luftmassen rigoros abkühlt. Über dem Wasser bilden sich ungehindert warme Wolken, die eine enorme Sogwirkung entwickeln können. Im Zusammenspiel mit der Erdrotation entstehen besonders zwischen Juni und November gefährliche Wirbelstürme, die manchmal wochenlang umhertoben und immer wieder auch die Küsten erreichen. Vielen haben Bilder der schlimmen Verwüstungen noch vor Augen, die 1998 der Wirbelsturm Mitch in Mittelamerika und 2005 Katrina in den USA anrichteten. So starben durch den Tropensturm Mitch, der Nicaragua und Honduras am heftigsten traf, insgesamt etwa 10.000 Menschen. Katrina fielen schätzungsweise 1.800 Menschen zum Opfer.

Tier- und Planzenwelt
Auf der feuchtwarmen Karibikseite Mittelamerikas gedeiht Regenwald mit einer vielfältigen Fauna und Flora. Zur bunten Tropenmischung gehören neben vielen Orchideenarten so auffällige Bäume wie der Flamboyant, dessen Krone von weitem leuchtet, wenn sie mit den roten Blüten der Pflanze übersät ist. Ein anderes besonderes Gewächs ist der Kalebassenbaum. Wie sein Name schon sagt, werden aus seinen Früchten mehr oder weniger bauchige, flaschenförmige Gefäße angefertigt. In Mittelamerika sind auch der Gummi-, Avocado-, Kakao- und Kaschubaum sowie die Bananen- und Tomatenpflanze heimisch.
Wie die Pflanzen- wird auch die Tierwelt in Richtung Süden artenreicher. Neben Gattungen, die aus Nord- oder Südamerika in die Mitte des Kontinents eingewandert sind, gibt es einige zentralamerikanische Arten. Dazu gehört zum Beispiel der hübsche Rotaugenlaubfrosch, der in bis zu 25 Meter hohen Baumkronen lebt. Leichter im Geäst zu entdecken sind die prächtigen Papageien, mit deren bunten Federn sich die alten Maya gern schmückten. Als Haustier hielten sie sich Truthähne, deren wilde Verwandten in Mittelamerika in der freier Natur angetroffen werden können. Reisende freuen sich besonders über die farbenfroh umherflatternden Schmetterlinge, einige sind leuchtend blau. Eher lästig sind die stechfreudigen Moskitos, die zahlreich in den Feuchtregionen Mittelamerikas leben.