Spanische Eroberung

Konquestadoren erobern Mittelamerika
1502 setzte Christoph Columbus erstmals seine Füße auf das zentralamerikanische Festland, wo ihm bald der verheißungsvolle Goldschmuck der Ureinwohner auffiel.
Von aus Übersee eingeschleppten Krankheiten geschwächt und den fortschrittlichen Waffen der kolonialen Eroberer hoffnungslos unterlegen wurde das Aztekische Königreich innerhalb weniger Jahre vernichtet. Bereits 1521 hatten die Spanier vor den einheimischen Kriegern nichts mehr zu befürchten.  1535 gründeten sie das Vizekönigreich Neuspanien, das sich über nahezu ganz Mittelamerika zog und dem im 17. und 18. Jahrhundert auch südliche Regionen der heutigen Vereinigten Staaten angeschlossen wurden. Die Europäer rechneten auch Gegenden zu ihrem Reich, die noch Jahrzehnte nach ihrer „Entdeckung“ unberührt waren, wie Costa Rica. Sein bergiges und mit undurchdringlichem Dschungel bewachsenes Gelände sowie besonders wehrhafte Bewohner hielten die Konquestadoren zunächst auf Abstand. Die ersten spanischen Glücksritter waren von der Gier nach Edelmetallen getrieben. Wo sie kein Gold oder Silber vermuteten, blieb die Bevölkerung von Sklaverei und Ausrottung zunächst verschont, wie auch in El Salvador.

Die Lage der Ureinwohner verschärfte sich, als die Europäer begannen, für Kakao, Zucker und Kaffee immer mehr Geld auszugeben. Auch das tropische Indigo fand als kostbares Blaufärbemittel reißenden Absatz. Im 17. Jahrhundert begann die landwirtschaftliche Ausbeutung Mittelamerikas, in deren Verlauf riesige Monokulturen angelegt wurden. Es begannen Vertreibung, Versklavung und Unterdrückung der Indianer. Viele wurden gezwungen, von nun an Naturalien wie Kakaobohnen an Kolonialherren abzuführen, die sich das Land einverleibt hatten.
Weiße Spanier und ihre Nachfahren bildeten die neue Oberschicht der Großgrundbesitzer. Auch nach der Unabhängigkeit der meisten mittelamerikanischen Staaten im 19. Jahrhundert bleiben die Machtverhältnisse erhalten und die Ländereien im Besitz weniger Wohlhabender. Reiche Einwanderer drängten auch in die Weiterverarbeitung der Agrarerzeugnisse und bauten zum Beispiel in El Salvador Betriebe, die Kaffee für die Ausfuhr aufbereiteten. Weigerten sie sich, die Ernten aufzukaufen stand die Produktion auf den Kaffeeplantagen still. Als der Kaffeepreis 1939 in den Keller gerutscht war, verfaulten deshalb die Kaffeekirschen an den Sträuchern während die Saisonarbeiter hungerten.