Der Einfluss der USA

Immer wieder nahmen die Vereinigten Staaten massiven Einfluss auf Mittelamerika, um ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen durchzusetzen. Dafür war jedes Mittel recht von der Finanzierung des Wahlkampfes US-freundlicher Kandidaten bis hin zu direkten oder indirekten militärischen Interventionen.  Die Ausbildung und Ausrüstung der Truppen von Machthabern, die den USA wohlgesonnenen waren, gehörte ebenso dazu wie Waffenlieferungen an paramilitärische Gruppen. Und oft wurden diese Waffen auf die Bevölkerung Mittelamerikas gerichtet.    

Als die Sandinistische Befreiungsfront die 40-jährige Diktatur des US-nahen Somoza-Clans mit einem Volksaufstand beendete, bekamen die Menschen in Nicaragua zu spüren, was es bedeutet, wenn sich der „große Bruder“ gegen ein kleines Land richtet. In den ersten Jahren konnten es sich die linksgerichteten Sandinisten Maßnahmen leisten, wie die fast komplette Alphabetisierung der Nicaraguaner, von denen zuvor jeder zweite nicht lesen und schreiben konnte. Außerdem verteilten sie Land um und bauten zum Beispiel eine Kranken- und Sozialversicherung auf.

Die USA reagierte, indem sie die rechtsgerichteten Contra-Gruppen aufbaute, Sammelbecken für Soldaten der von den Sandinisten entlassenen Nationalgarde. Gezielt terrorisierten sie die Landbevölkerung und verbreiteten Angst und Schrecken. Darüber hinaus verminten die Vereinigten Staaten nicaraguanische Häfen und verhängten ein Wirtschaftsembargo gegen das Land, dem sich die Verbündeten der USA – darunter die Bundesrepublik – anschlossen. Bald rissen die Verluste durch die Isolation große Löcher in die Haushaltskasse, der Staat nahm immer neue Schulden auf. Massen wurden arbeitslos, die Nahrung wurde knapp und errungene Sozialleistungen mussten wieder abgebaut werden.

1980 verbot der US-Kongress die Unterstützung der Contras. Sechs Jahre später wurde bekannt, dass sich die CIA nach dem Verbot auf die illegale Finanzierung der Terrorkommandos verlegt hatte. In den als Iran-Contra-Affäre bekannt gewordenen Skandal waren Teile der Regierung unter Ronald Reagan verwickelt. Damals wurde Geld aus Waffenverkäufen an den Iran für die Contras abgezweigt. Eigentlich sollten mit dem Erlös US-Geiseln aus dem Libanon freigekauft werden. Während der Ermittlungen kam auch ans Licht der Öffentlichkeit, dass die CIA jahrelang gebilligt hatte, dass die Contras tonnenweise Kokain in die USA schmuggelten.