Mexiko

Nach der Jahrtausendwende kam es erstmals zu einem demokratisch herbeigeführten Machtwechsel in Mexiko. Zuvor wurde das nach Brasilien und Argentinien drittgrößte Land Lateinamerikas 71 Jahre von Politikern derselben Partei regiert, der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI). Im Wahljahr 2000 verlor die PRI die Mehrheit an die konservative Partei der Nationalen Aktion (PAN), die auch den Urnengang 2006 knapp für sich entschied. Präsident ist seitdem Felipe Calderón, der bereits Steuersystem, Wahlrecht und Rechtsprechung reformierte. Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen will er den Umbau des Polizeiapparat sehen und das nicht nur, damit mehr Kriminelle hinter Gitter kommen: Die staatlichen Sicherheitskräfte haben einen schlechten Ruf, weil sie Willkür walten lassen, bestechlich sind und Menschenrechte mitunter massiv verletzen. Das Volk drängt auf weitere Reformen und scheint seine Geduld mit den Konservativen langsam zu verlieren. Ein Brennpunkt ist seit den 80er Jahren – in denen die Regierung auf einen neoliberalen Kurs umschwenkte – der Bundesstaat Chiapas, wo die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (ELZN) für bessere Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung eintritt. In der Vergangenheit versuchte die Regierung, die Aufständischen mit allen Mitteln zu bekämpfen. Unter anderem verübten Paramilitärs blutige Überfälle auf Zapatisten und Zivilisten. Seit den 90er Jahren verhandelten Regierung und ELZN mehrfach miteinander.