Costa Rica

Nach dem Ende des Bürgerkrieges 1949 schaffte Costa Rica seine Armee ab, denn von den Truppen ging die größte Bedrohung für die junge Demokratie aus. Dass das Land keine Soldaten unterhält, wurde damals in der Verfassung festgeschrieben. Heute hüten etwa 10.000 Polizisten die Ordnung innerhalb der Grenzen. Als ein Land ohne Streitkräfte in einer konfliktreichen Region wurde Costa Rica zu einer Art Friedenstaube im zentralamerikanischen Raum: Der kleine Staat vermittelte zwischen verfeindeten Parteien und ergriff Initiativen für mehr Frieden. Für sein Engagement erhielt der seinerzeit amtierende Präsident Costa Ricas, Oscar Arias Sanchez, 1987 den Friedensnobelpreis. Seit 2006 bekleidet er erneut das bedeutendste Amt des Landes, befürwortet zum Unmut in großen Teilen der Bevölkerung die Kürzung von Sozialleistungen und das Vorantreiben der Marktöffnung. Costa Ricas Präsidenten werden auf vier Jahre gewählt und können ihre Amtszeit nicht unmittelbar durch Wiederwahl verlängern. Gemessen an anderen lateinamerikanischen Staaten gilt Costa Rica wegen seiner sozialen und politischen Stabilität als Musterland.