Panama

Panama verbindet: Wer sich zwischen Nord- und Südamerika bewegt, muss durch Panama hindurch. Und seit im Land von der Größe Bayerns auch Pazifik und Atlantik verbunden sind, durchfahren es auch Schiffe von West nach Ost und umgekehrt. Panamas Wirtschaft „lebt“ wesentlich von den zahlreichen Passagen. Deswegen pflegt die Nation mit allen Staaten Amerikas freundliche Beziehungen. Auffallend feste diplomatische Bande bestehen zu den Vereinigten Staaten: Als wichtigster Nutzer des Panama-Kanals sind die USA der wichtigste außenpolitische Partner Panamas. Im Volk bildet sich die Nähe zu den Vereinigten Staaten an der Lebenskultur ab, die der amerikanischen in weiten Teilen nacheifert. Obwohl die Einstellung zur USA wegen ihres dominanten Auftretens zugleich zwiespältig ist. Bis Ende 1999 wurde der seit 1914 befahrene Panama-Kanal von den USA verwaltet, die in einer 15 Kilometer breiten Zone um den Kanal so handeln durften, als sei sie ihr eigenes Staatsgebiet. Wegen der großen wirtschaftlichen Bedeutung musste sich Panama die ständige Einmischung von US-Diplomaten in nationale Angelegenheiten gefallen lassen. Inzwischen sind am zweithäufigsten Schiffe unter chinesischer Flagge im Kanal unterwegs.
Die künstliche Wasserstraße ist nicht mehr der einzige Standortvorteil Panamas: Das Land hat neben Häfen an Atlantik und Pazifik, ein modernes Finanzzentrum und seine Währung verliert wegen der geringen Inflation recht langsam an Wert. Mit Handel und Transport verdient Panama das meiste Geld, wobei es vor allem in den Ballungsräumen sehr geschäftig zugeht. Deswegen gelten nur zwei von zehn Städter als arm. Auf dem Land kehrt sich dieses Verhältnis um: Dort sind acht von zehn Bewohnern arm. Vom Acker zugleich die wichtigsten Exportgüter Panamas, die vorwiegend in die USA verkauft werden: Bananen und Kaffee.