Bildung

Bildung ist in Zentralamerika und Mexiko immer noch ein Privileg. Während Eliten ihren Bildungswerdegang mit einem Studium in den USA krönen, werden viele Kinder in armen Regionen nicht einmal eingeschult. Oder sie müssen die Schulbank nach wenigen Jahren vorzeitig verlassen, um zum Haushaltseinkommen beizutragen. Hinzu kommt, dass die Qualität der Lehre vielerorts und gerade auf dem Land zu wünschen übrig lässt: Wegen schlecht ausgebildeter Lehrkräfte und veralteter Lehrpläne schließen Kinder die Schule ab, deren Grundbildung sogar noch mangelhaft ist. Durch das weitmaschige Bildungsnetz fallen am ehesten Mädchen und indigene Kinder aus armen Verhältnissen. 

Diese Unterschiede im Bildungsniveau zeigen sich in Guatemala besonders deutlich: Der Anteil der jugendlichen Maya, die nicht lesen und schreiben können, ist mit 60 Prozent doppelt so hoch wie unter allen Jugendlichen des Landes. Indigene Jungen und Mädchen gehen im Schnitt zwei Jahre zur Schule, nicht-indigene Jungen vier Jahre. Und unter jenen, die zur Schule gehen, schneiden Maya-Kinder schlechter ab – auch, weil auf Spanisch unterrichtet wird, mit dem viele von ihnen in der Schule zum ersten Mal in Berührung kommen. Damit der Lernerfolg größer wird, gibt es Initiativen, die in ländlichen Regionen den zweisprachigen und interkulturellen Schulunterricht unterstützen, der auch das Selbstbewusstsein der jungen Maya stärken soll.