Kunsthandwerk

Die Förderung traditioneller Handwerkskunst durch den Fairen Handel kommt besonders indigenen Kunsthandwerkern zugute. Auf diesem Weg lassen beispielsweise die Maya an ihrer textilen Volkskunst teilhaben vom gewebtem Tuch bis zu dekorativen Hängematten. Mittelamerikanisches Kunsthandwerk wird von el puente und der gepa aus Mexiko, Guatemala, Nicaragua und Costa Rica nach Deutschland gebracht und unter anderem über die Weltläden vermarktet.

Zum Beispiel Guatemalas Glasbläser
In Guatemala stellen die Glasbläser der Kooperative COPAVIC aus alten Getränkeflaschen neue Unikate her: Gläser, Karaffen, Vasen – jedes Stück ist einzigartig. Altglas ist der wichtigste Rohstoff für die mundgeblasenen Stücke. Bevor das Glas bei 800 Grad geschmolzen wird, wird es in Handarbeit nach Farben sortiert und gründlich gereinigt. Bei der Arbeit ist Präzision und Geschick geboten, denn die glühend heiße, formbare Glasmasse kühlt schnell ab und erstarrt. Die Glasbläser von COPAVIC sind Könner ihres Fachs. Die 14 Gründer der Kooperative kehrten vor etwa 30 Jahren einer italienischen Glasfabrik den Rücken – zu schlecht waren die Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Lieber machten sie sich gemeinsam selbstständig. Heute arbeiten 50 Menschen bei COPAVIC, die so erfolgreich ist, dass ihr andere Kooperativen, Studenten und sogar Unternehmer Besuche abstatten. Den Erfolg ermöglichten harte Arbeit und die Bedingungen des Fairen Handels, der nach wie vor sehr wichtig für die Glasbläser ist.

Zum Beispiel Keramik aus Nicaragua
Von der Gesellschaft „Ceramica por la paz“ (Keramik für den Frieden) in Nicaragua stammen zeitlose Gebrauchsobjekte aus Keramik und Kunsthandwerk, die teilweise mit präkolumbischer Malerei verziert sind. Die Werkstatt hilft vor allem Kriegsversehrten, einen Beruf zu erlernen, von dem sie später leben können. Ende der 80er Jahre startete das Projekt in Ciudad Sandino, einer Siedlung nahe der Hauptstadt Managua, in der 150.000 Ärmste der Armen leben. Es ist für jeden schwierig, in diesem Elendsquartier Arbeit zu finden, aber so gut wie chancenlos sind Menschen mit Behinderung. Zwar bekommen sie eine kleine staatliche Stütze, die aber nicht für das Nötigste reicht. Viele hausen in einfachsten Hütten und nehmen kaum am gesellschaftlichen Leben teil. Das im Krieg Erlebte hat zudem bei vielen Spuren in der Psyche hinterlassen.
Zur Selbsthilfeorganisation „Ceramica por la paz“ schlossen sich rund 80 Kriegsversehrte zusammen, die bis zu 30 Behinderten eine Ausbildung im keramischen Bereich ermöglicht. Einigen kann nach Abschluss ihrer Lehre sogar ein Arbeitsplatz angeboten werden. Mitarbeiter bekommen einen Grundlohn, Mittagessen, Zuschüsse wie für Arztbesuche oder zum Hausbau und werden am Gewinn beteiligt. Es wird auch eine sozialpädagogische Betreuung angeboten.
Die Materialien für die handgedrehten Stücke bezieht „Ceramica por la paz“ bis auf die Oxide aus dem umliegenden Bergland. Der größte Teil der Produktion wird innerhalb Nicaraguas verkauft.