Honig

Ein Großteil des in Deutschland verzehrten Honigs stammt aus Mexiko, eines der größten Honig produzierenden Länder. Wegen der günstigen natürlichen Bedingungen können Imker dort häufiger als bei uns Honig ernten. Die Preise, die den Imkern am freien Markt gezahlt werden, können je nach Region enorm voneinander abweichen und schwanken darüber hinaus stark. Deswegen wissen die kleinbäuerlichen Bienenwirte nie, wie viel Geld sie für die nächste Ernte bekommen werden und ob es zum Überleben reicht. Im Fairen Handel sind die Zusammenschlüsse der kleinen Honigerzeuger durch langfristige Liefervereinbarungen und einen die Lebenskosten deckenden Preis abgesichert. Es wird Honig von Imkergemeinschaften in Guatemala, Nicaragua und Mexiko angeboten.

Zum Beispiel Mexiko
„Abeja“ bedeutet Biene und ist der passende Name für die Imkerkooperative im mexikanischen Etzlatlán, die sich 1988 gründete. Sie verarbeitet und vermarktet den naturbelassenen Honig und kümmert sich um bessere Produktionsbedingungen: In kleinen Werkstätten können heute günstig zum Beispiel neue Bienenstöcke hergestellt werden. Auch die Zucht von Bienenköniginnen ist nun möglich wie auch das Formen von Waben aus Altwachs. Die Imker haben heute die Möglichkeit, ihr Einkommen mit Nebenerzeugnissen wie Wabenscheibenhonig oder Kerzen zu steigern.

Ebenfalls in Mexiko, in Chiapas, sitzen die Honighersteller der Organisation Productores Agropecuarios de la Selva Lacandona, kurz Lacandona. Die inzwischen 344 Mitglieder leben in sechs Dorfgemeinschaften und gehören verschiedenen Mayavölkern an, wie den Tzeltal, den Chol und den Tojolabal. Wegen der unterschiedlichen Höhenlagen, in denen jeweils andere Blütenpflanzen wachsen,  entsteht ein besonders schmackhafter Honig. Seit einigen Jahren trägt ein Teil der Produktion das Bio-Siegel, wobei aber auch der nicht-biozertifizierte Honig völlig ohne Chemikalien gewonnen wird. Stiftung Warentest bestätigte die Qualität des Lacandona-Wildblütenhongis mit der Note 1,9 – dem zweitbesten Ergebnis unter 34 getesteten Honigsorten. Einige Mitglieder der Kooperative verarbeiten den Honig weiter zu Seife oder Haarwäsche. Neben einer eigenen Bienenaufzucht bietet die Organisation Weiterbildungskurse, zum Beispiel zum Umweltschutz an.