Palmöl

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) ist eine der bedeutendsten Ölpflanzen für die Kosmetikindustrie. Die Ölpalme wird in großen Kulturen in tropischen Regionen angebaut. Ihr Ursprung liegt vermutlich in den Tropen Amerikas und Westafrikas. Bereits im 15. Jahrhundert gewannen die Einwohner West- und Zentralafrikas das Öl aus den Früchten der Ölpalme. Mit der Erfindung der Margarine 1869 stieg die Nachfrage nach Palmöl. Heute wird die Ölpalme in den tropischen Regionen der ganzen Welt kultiviert.



Die Ölpalme wird etwa 20 Meter hoch und gedeiht bei 24-27 °C auf nährstoffreichen Böden. Nach vier Jahren können die ersten Früchte geerntet werden. Die Palme wird bis zu 80 Jahre alt und bringt ab dem 12.-15. Jahr volle Ernte. Pro Pflanze können 3.000 bis 6.000 pflaumengroße Steinfrüchte in Fruchtbündeln geerntet werden. Die Früchte bestehen aus hellorangefarbigem Fruchtfleisch mit 50 bis 70 % Fett. Daraus wird das Palmöl gewonnen. Die Erträge an Palmöl aus dem Fruchtfleisch belaufen sich auf jährlich 2,5 bis 5 Tonnen pro Hektar.

Zur Ernte werden die Fruchtstände von Hand abgehackt und vorsichtig transportiert, um Druckschäden an den Früchte zu vermeiden. Die Früchte werden noch am gleichen Tag mit Dampf erhitzt, um die im Fruchtfleisch vorhandenen, fettspaltenden Enzyme zu zerstören. Nach der Hitzebehandlung werden die Einzelfrüchte vom Fruchtstand gelöst und gequetscht, um die Steinkerne zu entfernen. Anschließend wird das Fruchtmus gepresst, das abfließende Rohöl geklärt und gereinigt. Dieses durch Carotinoide orangerot gefärbte Öl ist wegen seines hohen Schmelzpunktes von 30 bis 37 °C  bei Zimmertemperatur ein gelbliches festes Fett und besteht hauptsächlich aus Öl-, Linol- und Palmitinsäure.

Die Steinkerne der Ölpalme werden für die Gewinnung von Palmkernöl aufgearbeitet. In den Kernen befindet sich ein Samen mit 40-52 % Fett. Die Kerne werden getrocknet und in speziellen Maschinen geknackt, erneut getrocknet und an die Verbraucherländer verschickt, wo sie vor Ort in Ölmühlen gemahlen, gepresst und mit Hexan extrahiert werden. Das Palmkernöl enthält besonders hohe Gehalte an Laurinsäure (42-51 %) und Myristinsäure (12,4-16,2 %). Das hellgelbe bis weißliche Palmkernfett ist bei Raumtemperatur fest und dient zu Koch- und Bratzwecken sowie als Rohstoff in der Margarineherstellung. Chargen, die über 5 % freie Fettsäuren enthalten, werden für die Produktion von Kosmetika und zur Seifenherstellung verwendet.