Umweltkatastrophen

Der Einsatz giftiger Chemikalien wie Zyanid (chemisch: HCN; auch: Blausäure) und Quecksilber bei der Goldgewinnung birgt enorme Risiken, zumal große Mengen zyanid- und schwermetallhaltige Materialen auf Halden oder in Auffangbecken gelagert werden. Die Zahl der katastrophalen Unfälle besonders im Gold- und Silberabbau haben häufig verheerende Ausmaße und sind mit weitreichenden Folgen für Mensch und Umwelt verbunden. Die folgenden Beispiele zeigen, dass in den vergangenen Jahren nicht nur Entwicklungsländer von Umweltkatastrophen durch den Abbau von Gold und Silber betroffen waren:
  • 1983 brach am Dnister (Moldavien) der Damm eines Rückhaltebeckens für Minenabfälle und vernichtete auf 200 Kilometern das Leben in diesem Fluss.
  • 1992 brach in Colorado (USA) der Damm eines Beckens, in dem eine Goldmine giftige Schlämme lagerte. Im Alamosa River starb auf 25 Kilometern Länge alles Leben. Der Betreiber meldete kurz darauf Konkurs an. Die Sanierung kostete rund 80 Millionen US Dollar und wurde aus amerikanischen Steuergeldern bezahlt.
  • 1995 brach das Rückhaltebecken der Omai-Goldgrube in Guyana (Südamerika), 4,2 Millionen Kubikmeter giftigen Schlamms flossen in den Essequibo-Fluss. Der nationale Notstand wurde ausgerufen, Trinkwasser rationiert, der Export von Fischen verboten.
  • 1998 stürzte an der Goldmine Kumtor in Kirgisien ein LKW mit seiner Zyanidladung auf dem Weg zur Goldmine um und verseuchte den Issyk-Kul-See, den größten Gebirgssee der Welt.
  • Im April 1998 brach bei Aznalcollar (Andalusien, Spanien) der Damm eines Rückhaltebeckens für giftige Bergwerkschlämme. Rund fünf Millionen Kubikmeter Giftschlamm mit Schwermetallen wie Zink, Blei, Kupfer, Cadmium, Quecksilber, Arsen und Thallium flossen in den Fluss Guadiamar und vergifteten weite Teile des Naturschutzgebietes Donana, eines der wichtigsten europäischen Vogelschutzgebiete.
  • In der Provinz Irian Jaya (Westpapua, Indonesien) verseuchten giftige Abfälle aus der Freeport Kupfer- bzw. Goldmine den Ajikwafluss.
  • Im Januar 2000 brach in der Goldgewinnungsanlage Aurul beim rumänischen Baia Mare ein Rückhaltedamm und mehr als 110.000 Tonnen zyanidhaltiger Rückstände verseuchten die Flüsse Theiß und Donau, in denen in einem Abschnitt von 700 Kilometern jegliches Leben starb. Fast zwei Millionen Menschen in Rumänien und Ungarn waren von ihren Trinkwasserquellen abgeschnitten. Die Giftmenge hätte ausgereicht, um eine Milliarde Menschen zu töten. Nach einem Bericht der EU-Task-Force Mitte Dezember 2000 waren Konstruktionsfehler des Dammes sowie Fahrlässigkeit der Betreiber eindeutig die Katastrophenursache. Die Goldmine wurde von der australischen Firma "Esmeralda" geführt. Die ungarische Regierung forderte von den Minenbetreibern 107 Millionen US-Dollar Schadensersatz für die entstandenen wirtschaftlichen Schäden wie Ausfälle in der Fischerei und die Kosten für die Wiederherstellung der Umwelt. Doch der Minenbetreiber von Aurul wechselte. Die neue Firma "Transgold" ist ein rechtlich nicht verantwortlicher Nachfolger von "Esmeralda".

Durch die Goldgewinnung entstehen jährlich Millionen Tonnen hochgiftiger Rückstände, deren Entsorgung insbesondere in den Ländern der Dritten Welt nicht geregelt ist und die im Falle eines Unfalls (Bersten eines Rückhaltedamms, Undichtigkeit der Zyanidhalden) sowohl die Umwelt in der betroffenen Region zerstören als auch die Lebensgrundlage der Anwohner vernichten können.