Düngung

Kupfer, Phosphor, Magnesium, Kalium und Stickstoff nehmen Pflanzen aus dem Boden auf. Bei optimalem Angebot an Nährstoffen lassen sich die Erträge deutlich steigern. Chemisch-synthetische Düngemittel enthalten diese Pflanzennährstoffe in reiner, leicht löslicher Form und können so ein mangelhaftes Nährstoffangebot des Bodens ausgleichen. In der ökologischen Landwirtschaft sind solche Düngemittel allerdings verboten. Denn isoliert eingebrachte Mineralstoffe stören das natürliche Gleichgewicht der Bodenorganismen. Zuviel leicht löslicher Stickstoff wird als Nitrat ebenso wie Phosphat und andere Mineralstoffe aus dem Boden ausgespült. Die Stoffe gelangen ins Grundwasser, in Bäche, Seen und Teiche. Hier wirken sie auf die Lebewesen wieder wie Düngemittel und zerstören so die natürlichen Gleichgewichte. Darüber hinaus ist zur Herstellung mineralischer Dünger sehr viel Energie nötig. Dies ist mit dem Ziel des ressourcenschonenden Wirtschaftens im Bio-Landbau nicht zu vereinbaren.

Im biologischen Landbau wird auf natürliche Düngemittel gesetzt. Durch stickstoffbindende Pflanzen wie Klee, Erbse, Ackerbohne oder Luzerne wird Stickstoff im Boden gebunden. Wird beispielsweise Kleegras angebaut, bringen die Pflanzen innerhalb eines Jahres etwa 150 bis 300 kg Stickstoff pro Hektar in den Boden. Zusätzlich werden organische Dünger aus der Tierhaltung verwendet: In Stallmist, Jauche, Gülle sind große Mengen Mineralstoffe und Stickstoff enthalten. Die EG-Öko-Verordnung lässt auch die Verwendung von Blut-, Fleisch- und Knochenmehl zu. Die biologischen Anbauverbände verbieten die Verwendung dieser Materialien aus der Fleischproduktion strikt.

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen die organischen Dünger aus der hofeigenen Tierhaltung stammen. Während die EG-Öko-Verordnung den Zukauf organischer Düngemittel wie Mist unbegrenzt erlaubt, dürfen Mitglieder ökologischer Anbauverbände zunächst nur hofeigenen Dünger verwenden. In streng begrenztem Umfang ist der Zukauf ökologisch erzeugter, organischer Dünger von anderen Betrieben möglich. Konventionell dürfen bei ihnen nach Genehmigung nur Mist von Kühen, Pferden, Schafen und Ziegen zugekauft werden. Jauche, Gülle und Geflügelmist dürfen nicht aus konventionellen Betrieben bezogen werden. Unter bestimmten Bedingungen dürfen auch Bio-Landwirte speziell zugelassene Mineral-Dünger zukaufen. Einen solchen Schritt muss die Kontrollstelle genehmigen.

Auch bei Verwendung organischer Dünger können Nitrat und Phosphat ausgewaschen werden. Daher sind die Stickstoffmengen, die ein Betrieb im Jahr mit dem Dünger ausbringen darf, begrenzt: Grundlage ist die Tierhaltung, weil Stickstoff im Bio-Landbau vor allem mit den Exkrementen der Tiere in den Boden gelangt. Die EG-Öko-Verordnung schreibt vor, dass jährlich höchstens 170 kg Stickstoff pro Hektar durch organische Düngemittel wie Mist, Jauche und Gülle in den Boden gelangen dürfen. Die Verordnung macht jedoch keine Angaben darüber, wie viel Stickstoff insgesamt, also durch alle Arten von Düngung zulässig ist. Diese Lücke ist bei den ökologischen Anbauverbänden geschlossen. Sie orientieren sich bei der Bemessung an der zulässigen Anzahl von Tieren, die pro Hektar gehalten werden dürfen. Die insgesamt erlaubte Menge Stickstoff liegt bei ihnen deutlich niedriger und variiert zudem je nach Kultur: Am wenigsten Stickstoff darf im Wein- und Hopfenanbau eingebracht werden.