Kontrollen

Wo Bio drauf steht, muss auch Bio drin sein. Die Einhaltung aller Vorschriften zur ökologischen Landwirtschaft und Verarbeitung wird durch ein europaweites Kontrollsystem überprüft. Im Bio-Landbau und in der Verarbeitung und Vermarktung besteht für alle Beteiligten Dokumentationspflicht: Was wurde wann wie viel gekauft? Welches Medikament wurde welchem Tier warum und wie lange gegeben? Wie viel Käse wurde wann auf welchem Weg an wen geliefert? Alle betrieblichen Abläufe müssen genau dokumentiert werden. Das soll einerseits die Rückverfolgbarkeit aller Lebensmittel zu ihrem Ursprung gewährleisten und gleichzeitig sicher stellen, dass wirklich nur reine Bio-Produkte auf den Markt kommen.

Ob Futter zuliefernde Betriebe, Landwirte, Metzger, Schlachthöfe, Molkereien, Brauereien oder Restaurants: Alle Glieder der Produktionskette, die ihre Produkte mit der Bezeichnung Bio vermarkten, werden zusätzlich zur allgemeinen amtlichen Lebensmittelüberwachung durchleuchtet. Allein in Deutschland gibt es 22 für diese Kontrollen zugelassenen EG-Öko-Kontrollstellen. Auf den Betrieben der ökologischen Anbauverbände überprüfen die Kontrolleure zusätzlich mindestens einmal jährlich, ob die Richtlinien des Anbauverbandes eingehalten werden. Stellen die zugelassenen Kontrollstellen Unregelmäßigkeiten oder sogar Verstöße gegen die Rechtsvorschriften fest, melden sie dies an die jeweils zuständige oberste Behörde. Auch wenn die untersuchten Produkte nicht aus Deutschland sondern einem anderen EU-Mitgliedsland kommen, wird die zuständige Behörde informiert. Außerdem werden, je nach Vergehen, Buß- oder Strafgelder fällig.

Die oberste zuständige Behörde in Deutschland ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Sie entscheidet über die Vergabe des Bio-Siegels und lässt die Kontrollstellen für Öko-Kontrollen zu. Auch ob Produkte aus Nicht-EU-Staaten als Bio-Produkte nach Deutschland kommen dürfen, wird in dieser Behörde entschieden.

Erzeuger aus Drittstaaten, die Bio-Produkte in die Europäische Union einführen wollen, müssen zunächst nachweisen, dass sie über wirksame Eigenkontrollsysteme verfügen: Erträge und Warenflüsse werden dabei nachvollziehbar und genau dokumentiert, damit nicht mehr Produkte "Bio" heißen, als auf dem Betrieb überhaupt hergestellt werden können. Besonders für Produzentenzusammenschlüsse sind solche Eigenkontrollsystem wichtig, da hier das Verhalten eines Einzelnen darüber bestimmt, ob alle anderen ihre Produkte als Bio-Waren vermarkten können. Die Betriebe, die hier unter einem Dach wirtschaften, kontrollieren sich gegenseitig. Einmal jährlich werden sie alle von einem regionalen, speziell geschulten Prüfer kontrolliert. Die Kontrollergebnisse werden in der EU zum Beispiel der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgelegt. Diese überprüft, ob alle Vorschriften der EG-Öko-VO eingehalten und die Eigenkontrollsysteme wirksam sind und vergibt, im günstigsten Fall, die Erlaubnis für die Einfuhr der Waren mit dem deutschen Bio-Siegel. Argentinien, Australien, Costa Rica, Israel, Neuseeland und die Schweiz haben eigene, mit der EG-Öko-VO vergleichbare Produktionsvorschriften und Kontrollsysteme. Sie müssen sich daher nicht durch deutsche oder europäische Kontrollstellen überprüfen lassen, weil ihre eigenen in der EU anerkannt sind.