Kennzeichnung für Bio-Produkte

Nur, wenn mindestens 95 % der Zutaten, gemessen an ihrem Gewicht, ökologisch erzeugt sind, darf ein Produkt sich mit der Bezeichnung Bio oder Öko schmücken. Die fehlenden fünf Prozent sind aber kein Freibrief. Die EG-Öko-Verordnung und auch die Richtlinien der Anbauverbände legen genau fest, welche Zutaten überhaupt aus konventioneller Erzeugung stammen dürfen. Nur wenn es sie nachweislich nicht in Bio-Qualität gibt, dürfen diese konventionellen Zutaten eingesetzt werden. So dürfen laut Gesetz zum Beispiel Stachelbeeren, Muskatnuss, Kakaomasse Sesamöl aus konventioneller Erzeugung verarbeitet werden, wenn es keine ökologisch erzeugten Alternativen gibt.

Besteht ein Produkt zu 70 bis 95 % aus Bio-Zutaten - wobei die konventionellen Zutaten ebenfalls speziell erlaubt sein müssen - so darf es die Silben Bio und Öko nicht im Namen tragen. Die ökologisch hergestellten Zutaten dürfen aber in der Zutatenliste hervorgehoben werden. In der Regel geschieht das durch Sternchen oder Fußnoten. Sind weniger als 70 % der Zutaten in Bio-Qualität, darf überhaupt kein Hinweis auf ökologischen Landbau oder ähnliches erfolgen. Diese Regelungen gelten auch in Kantinen oder Restaurants.

Jedes Bio-Produkt, das sich so nennt, muss die Code-Nummer der zuständigen EG-Kontrollstelle auf dem Etikett tragen, zum Beispiel "DE-123-EG-Kontrollstelle". Die Buchstaben stehen für das Land, in dem die Kontrollstelle ihren Sitz hat. DE steht für Deutschland, F für Frankreich, NL für Niederlande usw. Die dreistellige Nummer ist die Kennzahl der jeweiligen Kontrollstelle. Über sie können einzelne Produkte im Zweifelsfall bis zu den Rohstoffen zurückverfolgt werden. Werden Bio-Lebensmittel lose verkauft, wie das bei Brot, Obst, Gemüse und Eiern üblich ist, muss die Kontrollstellennummer gut sichtbar in der Nähe der Ware angebracht sein. Auch der Verkäufer auf dem Wochenmarkt muss sie auf Aufforderung zeigen können.

Die Hinweise ökologisch, biologisch, kontrolliert ökologisch, kontrolliert biologisch, biologischer Landbau und ökologischer Landbau sowie die Vorsilben bio- und öko- sind gesetzlich geschützt. Sie sind Hinweise auf echte Bio-Lebensmittel. In Kombination mit der Kontrollstellennummer garantieren sie, dass Sie ein echtes Bio-Produkt in den Händen halten. Naturnah, unbehandelt, nicht chemisch behandelt, kontrollierter Vertragsanbau, rückstandskontrolliert und ähnliches sind dagegen Worthülsen, die nichts mit ökologischer Land- und Lebensmittelwirtschaft zu tun haben. Bio-Gütesiegel und Bio-Eigenmarken erleichtern die Orientierung.