Greenwashing

Umwelt- und Klimaschutz gehören heutzutage zum guten Ton. Unternehmen wissen, dass ökologisches und klimafreundliches Verhalten bei ihren Kunden gut ankommt und politisch gewollt ist. Neben Unternehmen, die sich glaubwürdig für Umwelt- und Sozialbelange einsetzen, gibt es jedoch schwarze Schafe. Diese verpassen sich durch die gezielte Verbreitung von Desinformation lediglich ein grünes Image und kümmern sich ansonsten eher wenig um Umwelt- und Klimaschutz. Greenwashing, zu Deutsch Grünwaschen oder Grünfärben, wird dieses Vorgehen genannt. Einen grünen Anstrich verpassen sich diese Unternehmen nicht nur, weil sich damit ein Wettbewerbsvorteil für sie verbindet, sondern auch, um politische Entscheidungen zu beeinflussen und härteren gesetzlichen Vorgaben zu entgehen.

Die Methoden zum Greenwashing sind vielfältig und reichen vom Ausschmücken kleiner Umweltprojekte über Werbeplakate und Anzeigen bis hin zur (Alibi-)Kooperation mit Umweltorganisationen. Zwar gibt es Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, doch sind diese nicht gesetzlich verpflichtend. Aus diesem Grund können Unternehmen, wenn sie sich nicht selbst dazu verpflichten, diese Standards einzuhalten, selbst bestimmen, über was sie berichten wollen und über was nicht.

Um möglichen Grünfärbereien nicht aufzusitzen, sollten Verbraucher Projekte kritisch hinterfragen. Lässt sich ein Projekt mit glaubwürdigen Werten belegen oder wird eine hübsche Fassade aufgebaut, hinter der weiter die negative Seite der Umweltbilanz gepflegt wird? Handelt es sich dabei um echtes Engagement oder geht es nur um Imagepflege? Manchmal reicht schon ein Blick in die aktuelle Medienberichterstattung. Außerdem sind im Internet kritische Berichte über viele Unternehmen zu finden, z. B. veröffentlicht die Gewerkschaft ver.di (http://einzelhandel.verdi.de/unternehmen) auf ihrer Seite kritische Medienberichte zu diversen Einzelhändlern. Informationsquellen können unter anderem kritische Nachhaltigkeitsberichte oder Studien sein, die von Nichtregierungsorganisationen oder kritischen Aktionärsgruppen herausgebeben werden. So präsentiert beispielsweise die Kampagne für Saubere Kleidung (http://www.sauberekleidung.de/) auf ihrer Seite Wissenswertes über Textilhersteller und –einzelhändler.