Vorgehen

Mit Unterstützung des Öko-Instituts e.V. wurde zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellt. Auf dieser Grundlage wurden anschließend sechs Fragebögen für die umsatzstärksten Einzelhandelsbranchen entwickelt. Die ambitionierten, 25-seitigen Fragebögen beziehen sich auf die Verkaufstätigkeit der Unternehmen an ihren Standorten in Deutschland. Sie sind in drei größere Abschnitte unterteilt und umfassen die CSR-Kriterien:

...für die Geschäftstätigkeit (Unternehmensführung, Maßnahmen im Unternehmen und in den Verkaufsstätten sowie Transparenz)

...für die Lieferkette (Umwelt- und Gesundheitsaspekte im Einkauf, soziale und gesellschaftspolitische Aspekte im Einkauf)

...CSR-Kriterien für die Förderung eines nachhaltigen Konsums (Maßnahmen zur Förderung eines nachhaltigen Konsums).

Gestellt wurden 26 Fragen (bei Nahrungs- und Genussmitteln zusätzlich fünf Fragen zum Tierschutz), wie „Sind in Ihrem Unternehmen Maßnahmen zum Thema Soziales/Beschäftigte vorhanden?“, „Welche Standards verlangt Ihr Unternehmen von seinen Lieferanten?“ oder „Welche Maßnahmen zur nachhaltigen Sortimentsgestaltung setzt Ihr Unternehmen um?“.

Mit dem Fragebogen wurde die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung, über die Produktion und den Transport bis hin zur Entsorgung abgebildet.

Die Fragebögen wurden bundesweit an Einzelhändler aus den sechs umsatzstärksten Branchen Nahrungs- und Genussmittel, Textilien und Schuhe, Möbel, Bau- und Heimwerkermaterial, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Gesundheit und Körperpflege geschickt. Angeschrieben wurden Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als zehn Millionen Euro. Dabei wurden sowohl stationäre Ladengeschäfte als auch Versandhandelsunternehmen beschickt. Der Fragebogen bezieht sich jeweils auf das bzw. die Leitsortimente des Unternehmens, d. h. dass Händler mit mehreren Leitsortimenten entsprechend mehrere Fragebögen zugeschickt bekamen. Mit ihrer Unterschrift im Fragebogen versichern die teilnehmenden Unternehmen die Richtigkeit der Angaben zu einem bestimmten Zeitpunkt. Außerdem wurden sie aufgefordert, Belege für ihre Antworten mitzuschicken. Die Antworten wurden soweit wie möglich überprüft.

Für die Beantwortung der Fragen wurden in Abhängigkeit von Quantität und Qualität der Antworten bis zu fünf Punkte je Fragenkomplex vergeben. Mindestvoraussetzung war die Beantwortung von mindestens 20 Prozent der Fragen. Die Punktevergabe orientiert sich an einem vom Öko-Institut e.V. entwickelten Auswertungsraster. Fünf Punkte entsprechen einer herausragenden Leistung, bei der Unternehmen fast alle der im Fragebogen abgefragten Kriterien erfüllen. Die Qualität der Prozesse, Strukturen und Maßnahmen wird dabei an international anerkannten Standards, Normen, Gütesiegeln und Best-Practice-Beispielen von Unternehmen gemessen.

Eine glaubwürdige unternehmerische CSR-Politik umfasst alle Unternehmensbereiche. Dazu gehören Arbeitnehmerinteressen ebenso wie der betriebliche Umweltschutz, menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Zulieferkette, eine integrierte Produktpolitik und Verbraucherschutz. Diesem Grundverständnis folgend, erhalten Unternehmen eine Auszeichnung, die ein umfassendes nachhaltiges Engagement in allen drei Bereichen (Lieferkette, Geschäftstätigkeit, Förderung des nachhaltigen Konsums) umsetzen. Um eine Auszeichnung zu bekommen, musste mindestens die Hälfte der Gesamtpunktzahl erreicht werden.

Die Auszeichnung für das gesamte Nachhaltigkeitsengagement des jeweiligen Unternehmens wird gemeinsam mit den Bewertungen der Einzelaspekte „Geschäftstätigkeit“, „Lieferkette“ und „Förderung eines nachhaltigen Konsums“ auf der Internetseite www.nachhaltig-einkaufen.de präsentiert. Ziel der Untersuchung ist es, Unternehmen zu einem nachhaltigen Handeln zu motivieren, gerade auch solche Unternehmen, die noch am Anfang ihres Nachhaltigkeitshandelns stehen. Es ist ausdrücklich nicht Ziel, Unternehmen, die noch nicht so weit in ihrem Nachhaltigkeitshandeln fortgeschritten sind, an den Pranger zu stellen. Deshalb werden Teilnehmer, die weder eine Auszeichnung noch eine Bewertung der Einzelaspekte erreichen konnten, sowie Nicht-Teilnehmer, nicht genannt. Mit dem Fragebogen erhalten diese Unternehmen eine Nachhaltigkeits-Checkliste, die ihnen hilft, ihr Nachhaltigkeitshandeln auf- bzw. auszubauen.