Lebensmittelmüll und Hunger

 

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Fast eine Milliarde Menschen hungern weltweit. Auch wenn uns der Spruch „Iss auf, die Kinder in Afrika müssen hungern“ absurd erscheinen mag, hängen doch Hunger und Lebensmittelverschwendung eng miteinander zusammen. Heute mehr denn je, denn im Zeitalter der Globalisierung treten die Staaten in Bezug auf Lebensmittel international zunehmend als Konkurrenten auf. Steigende Bevölkerungszahlen, steigender Wohlstand in Schwellenländern wie China und Indien und veränderte Lebensgewohnheiten führen dazu, dass mehr Lebensmittel nachgefragt werden. Vor allem Fleisch, Eier und Milchprodukte sind gefragt.

Getreide als Futtermittel

Laut Welthungerhilfe hat sich der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in den vergangenen 25 Jahren von 30 auf 40 Kilogramm erhöht. Der steigende Fleischkonsum trägt unter anderem zur Verknappung von Getreide bei. Denn das wird immer mehr als Futtermittel und immer weniger als Grundlage für Brot, Nudeln und andere Produkte genutzt. Für ein Kilo Schweinefleisch werden drei Kilo Futter benötigt, für ein Kilo Rindfleisch sogar sieben Kilo Futter. Diese immer größer werdende Nachfrage sorgt dafür, dass die Preise auf dem Weltmarkt steigen. Was die Menschen in den Industrieländern leicht bezahlen können, wird für die Bevölkerung in den ärmeren Ländern zu einem existentiellen Problem.

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Ackerflächen werden aufgekauft

Zunehmend kaufen außerdem Schwellen- und Industrieländer Ackerflächen in Entwicklungsländern auf, um den Nahrungsmittelanbau zu sichern. Allein die Europäische Union nutzt 35 Millionen Hektar außerhalb ihrer Grenzen als Anbaufläche, um den steigenden Bedarf an Essen zu decken. In den ärmeren Ländern werden deshalb immer wieder Kleinbauern von ihrem Land vertrieben. Viele von ihnen müssen in der Folge hungern, weil sie die Nahrungsmittelpreise nicht bezahlen können. Unser unbekümmerter Umgang mit Lebensmitteln verschärft dieses Problem noch weiter. Würden wir sorgfältiger mit Nahrungsmitteln umgehen und weniger wegwerfen, könnte das den Druck auf alle genannten Faktoren verringern.

Foto oben: © Detlev Beutler / PIXELIO

Foto unten: © Anja Stahl / PIXELIO