Kriterien

Anders als der große Begriff vermuten lässt, ist Permakultur kein festes Schema, sondern eher eine Idee von der Welt, wie sie sein sollte. Einige ethische Prinzipien und einige Gestaltungsregeln bilden zusammen die Werkzeuge, mit denen aus der Idee Wirklichkeit werden kann. Dabei sind die ethischen Prinzipien die Grundlage, nach der Lebensräume gestaltet werden. Sie berücksichtigen ökologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren und bilden die Basis für alle Anwendungen der Permakultur. Gleichzeitig dienen sie als Kriterien, um Handlungen und Maßnahmen zu bewerten. Sie lauten:

  • Earthcare = Sorge für die Erde. Sie stellt uns bereit, was wir zum Leben benötigen. Daher sollte sie respektvoll und umsichtig behandelt werden. Boden, Wälder, Gewässer und andere Lebensgrundlagen sollen geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, damit sie auch in Zukunft nutzbar bleiben. Dabei sind natürliche Kreisläufe zu beachten, denn die Natur braucht Zeit, um sich und ihre Ressourcen zu regenerieren.
  • Peoplecare = Sorge für die Menschen. Jeder Mensch sollte sich aufmerksam um sich selbst, um andere Menschen, die ihm nahe stehen und um die Gemeinschaft kümmern, damit es allen gut geht. Eng damit verbunden ist der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit, die allen Menschen Menschen gleichermaßen Zugang zu den Ressourcen gewährt, mit denen sie ihr Leben sichern und ihre Bedürfnisse erfüllen können. Die „Sorge für die Menschen“ stellt zudem die Aufgabe, persönliche Freiheit und Selbstbestimmung auf der einen Seite ist mit der Verantwortung für andere Menschen und die kommenden Generationen sowie den Bedürfnissen der Gemeinschaft in Einklang zu bringen.
  • Fair share = Faires, gerechtes Teilen. Die vorhandenen Ressourcen und die Kapazitäten der Erde, sich zu regenerieren und Abfälle aufzunehmen, sind begrenzt. Damit beides gerecht aufgeteilt werden kann und alle Menschen daran teilhaben können, müssen wir unseren Konsum und das Wachstum einschränken (set limits to consumption and growth). Auf diese Weise kann genug für alle übrig bleiben. Gemeinschaftlich erwirtschaftete Überschüsse müssen ebenfalls gerecht verteilt werden und zwar sowohl untereinander als auch an die Natur bzw. ihre Kreisläufe selbst (redistribution of surpluses).