Perma gleich bio?

Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Schutz des Bodens durch schonende Bearbeitung, Verzicht auf mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, der Einsatz von Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung, Bevorzugung von widerstandsfähigen Sorten – all das klingt nach den bekannten Prinzipien des ökologischen Landbaus. Tatsächlich gibt es eine ganze Menge Gemeinsamkeiten. Doch anders als die Permakultur, die bisher vor allem Gedankengerüst für nachhaltiges Handeln ist, ist der ökologische Landbau in einen gesetzlichen Rahmen gefasst. Daraus ergibt sich unter anderem, dass die Vorsilben „bio“ und „öko“ eindeutig definiert und an die Einhaltung eindeutiger Kriterien und Maßnahmen gebunden sind. Kreislaufwirtschaft mit Pflanzenbau und Tierhaltung, das wesentliche Merkmal der Permakultur, ist zwar im Gedankengut des Bio-Landbaus fest verankert – in der landwirtschaftlichen Praxis jedoch keineswegs verpflichtend vorgeschrieben. Auch der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel ist ein hohes Ziel des Bio-Anbaus. Doch einige Mittel sind eben doch erlaubt, für andere gibt es zusätzliche Ausnahmeregelungen. Während das Konzept Permakultur die Endlichkeit von Wachstum und Ertragssteigerungen anerkennt, versucht man in der Bio-Landwirtschaft durchaus häufig, die Produktionsweise an leistungsfähigere Maschinen anzupassen oder Abläufe stärker zu technisieren, um die Produktivität zu steigern. Für die Rückbesinnung auf traditionelle, kraftstoffsparende Bewirtschaftungsmethoden ist im modernen Bio-Landbau oftmals ebenso wenig Platz wie für langwieriges Beobachten, Lernen und Anpassen. Dabei sind die Richtlinien der ökologischen Anbauverbände häufig strenger als die Vorgaben der EU-Gesetzgebung zum Bio-Landbau. Das ganzheitliche Denken und Handeln der Permakultur ist am ehesten bei demeter zu finden.