Pflege für den Boden

Ob die Pläne, Gedanken und Bemühungen buchstäblich Früchte tragen, hängt jedoch vom Boden ab. Er ist der wichtigste Faktor für das Wachstum und Gedeihen der Pflanzen. Und während der Landwirt mit Sonnenscheindauer und Niederschlagsmengen eben leben muss, kann er den Boden in seinem Sinne beeinflussen. Ziel der ganzheitlichen, dauerhaften Landwirtschaft ist es, die Fruchtbarkeit des Bodens (wieder) aufzubauen, wo möglich zu verbessern und langfristig zu erhalten. Dabei setzt er nicht auf kurzfristige Eingriffe, die zwar das Pflanzenwachstum steigern, den Boden aber auslaugen und letztlich veröden lassen. Vielmehr geht es darum, die Humusschicht zu pflegen, um sie als Speicher für Nährstoffe, Wasser und Kohlendioxid zu nutzen. Dafür setzt man in der Permakultur auf Komposterde, Gründüngung und Mulch.

Als Humus wird die oberste Bodenschicht bezeichnet, die je nach Standort nur etwa 15 bis 20 Zentimeter tief ist. Unter unseren Füßen leben darin unzählige Lebewesen wie Würmer, Insekten, Bakterien und Pilze. Sie bauen organisches Material ab und versorgen so den Boden mit Nährstoffen. Zusammen bilden sie ein komplexes, sich selbst aufbauendes und erhaltendes System, von dem der Mensch bis heute noch nicht viel weiß. Sicher aber ist: Ohne Humus geht es nicht. Er ist nährstoffreich, kann enorme Mengen an Wasser speichern und zusätzlich reichlich Kohlendioxid binden. Wo Humus aufgebaut und der Boden entsprechend lebendig gehalten wird, können Pflanzen gedeihen und wird das Klima entlastet.

Kompost entsteht, wenn Bakterien, Pilze und Bodenlebewesen organische Abfälle zersetzen. Das Produkt dieser Verrottung ist nährstoffreiche, lebendige und lockere Humuserde, die Pflanzen die nötigen Nährstoffe bietet und sie gegen Schädlinge und Krankheiten stärkt.

Bei Gründüngung werden bewusst, Pflanzen angebaut, die selbst keinen Ertrag im üblichen Sinne bringen. Sie dürfen wachsen, spenden Schatten, schützen den Boden vor dem Austrocknen ebenso wie vor Erosion, durchlüften mit ihrem Wurzelwerk den Boden und verhindern das Ansiedeln unerwünschter Wildkräuter. Zugleich bilden und binden sie Nährstoffe. Sind sie ausreichend groß, werden sie abgeschnitten und verrotten an Ort und Stelle, um nach einiger Zeit untergehackt zu werden. Dort werden sie weiter zu nährstoffreichem Humus abgebaut und führen die gebundenen Nährstoffe so zurück in den Boden. Klassische Pflanzen für die Gründüngung sind Erbsen, Bohnen, Lupinen, Wicken und Kleearten, da sie mit Hilfe der „Knöllchenbakterien“ an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft binden und speichern können. Sind die Pflanzen abgestorben, steht dieser wichtige Nährstoff den anderen Pflanzen zur Verfügung. Sanddorn, Erlen, Robinien und einige andere Bäume sind ebenfalls in der Lage, den Boden mit Stickstoff zu versorgen. Sie werden daher oft auf Weideflächen zur Düngung eingesetzt.

Mulchen ist eine altbekannte Maßnahme zur Verbesserung der Bodenqualität. Dabei wird der Boden mit verschiedenen pflanzlichen Materialien abgedeckt und auf diese Weise feucht gehalten, vor Erosion sowie Hitze und Kälte geschützt. Unter Rasenschnitt, Laub, entfernten Wildkräutern, Stroh, Heu, zerkleinertem Heckenschnitt oder den Blättern von Blumen- und Gemüsebeeten bleibt die Mikroflora und -fauna des Bodens geschützt. Während das Mulchmaterial langsam verrottet, ernährt es Bodenlebewesen und verhindert, dass unerwünschte Kräuter aufschießen können. Wo der Boden auf diese Weise feucht gehalten wird, fühlen sich zudem Regenwürmer wohl, die ihrerseits den Boden locker halten und Nährstoffe und hilfreiche Mikroorganismen einbringen.