Umsetzung

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 Foto: iStock Tuanjai

Die Gestaltungsprinzipien der Permakultur wurden von David Holmgren in der Absicht entwickelt, die nachhaltige und zukunftsfähige Nutzung von Land, Boden und Ressourcen zu fördern und voranzutreiben. Sie können als Anleitung dafür verstanden werden, wie die ethischen Prinzipien praktisch und konkret umgesetzt werden können und zwar überall: Auf einem Bauernhof oder einem Balkon, in Deutschland oder Italien, in Asien oder Afrika. Für jedes Gestaltungsprinzip steht dabei ein Sprichwort, das zentrale Aspekte hervorhebt. Sie lauten:

  1. Beobachten und interagieren („Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“)
  2. Energie sammeln und speichern  („Es bringt dem Winzer guten Wein im August der Sonnenschein.“)
  3. Nachhaltige Erträge erzielen bzw. Überschuss ist lebenswichtig („Mit leeren Magen kann man nicht arbeiten.“)
  4. Selbstregulation verstehen und nutzen („Erst die Siebte Generation wird die Sünden ihrer Väter erkennen.“)
  5. Erneuerbare Ressourcen und Dienstleistungen verwenden („Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“).
  6. Produziere keinen Abfall („Für einen Nadelstich sei bereit, er spart dir viele zu späterer Zeit.“)
  7. Gestalte vom übergeordneten Muster hin zum Detail („Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht.“)
  8. Kooperation statt Konkurrenz („Viele Hände machen der Arbeit schnell ein Ende.“)
  9. Überschaubare und langsame Lösungen bzw. angepasste, einfache Technologien verwenden ("Eile mit Weile." oder "Die letzten werden die ersten sein.")
  10. Vielfalt nutzen, bewahren und schätzen ("Setze nicht alles auf eine Karte".)
  11. Den Reichtum und das Potenzial von Randzonen erkennen und nutzen ("Auch ausgetretene Pfade können Holzwege sein".)
  12. Auf Veränderungen kreativ reagieren und sie nutzen ("Eine Vision ist, nicht die Dinge zu sehen wie sie sind, sondern wie sie sein werden.")


In Übereinstimmung mit dem Grundgedanken der Permakultur – jedes System hat seine eigenen Besonderheiten, trägt seine besonderen Stärken in sich und braucht daher seine eigenen Lösungen – sind auch die Designprinzipien als Rahmen zu verstehen. Wie sie im Einzelfall ausgelegt werden, wie sie in der konkreten Wirklichkeit des jeweiligen Standortes aussehen, müssen die Anwender auf der Basis ihrer praktischen Erfahrungen und Erkenntnisse selbst entwickeln.

Wer sich die Grundprinzipien der Permakultur genauer ansieht, stellt fest, dass sie moderne und traditionelle Kenntnisse, Methoden und Erfahrungen aus Naturbeobachtungen, dem ökologischen Landbau, der bäuerlichen Landwirtschaft, der nachhaltigen Forstwirtschaft, dem Gartenbau, den regenerativen Energien, energiesparenden Techniken und der Soziologie und anderer Bereiche vereint. Durch praktische Anwendung und ständige Weiterentwicklung wurde Permakultur in der Landwirtschaft bis heute zu einem Werkzeug, mit dem Lebensräume natürlich, umweltfreundlich und verantwortungsvoll gestaltet werden können, um dauerhaft, effizient und zukunftsfähig zu sein. Ihre Leitlinien können dabei auch auf andere Bereiche übertragen werden. Sie werden heute zum Teil auch in Architektur, Bildung, Gesundheit, Energieversorgung, soziale Gemeinschaften und Wirtschaft angewendet.