Tipps für die Wahl der richtigen Organisation

Patenschaften sind eine direkte Form der Hilfe, die sich in der Werbung leicht vermitteln lässt. Wer möchte nicht gern einem kleinen Kind in einem Entwicklungsland unmittelbar helfen? Mit Werbefotos von lachenden kleinen Kindern und glücklichen Paten gehen aber nicht nur seriöse, sondern auch fragwürdige Anbieter von Patenschaften auf Spenderfang. So gibt es Organisationen, die nur einen geringen Anteil an den Spenden direkt an die Hilfsbedürftigen weitergeben oder die in einer sehr emotionalisierten, den Betrachter bedrängenden Form Werbung betreiben.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das Spendenorganisationen  auf ihre Seriosität und ihre Geschäftsgebaren prüft, hält einen Anteil der Werbungs- und Verwaltungsausgaben von rund 20 Prozent für vertretbar. Das heißt, dass von einem gespendeten Euro rund 80 Cent direkt beim Patenkind ankommen. Auf seiner Webseite warnt das DZI darüber hinaus vor nicht förderungswürdigen Organisationen und begründet seine Entscheidung ausführlich (www.dzi.de/spenderberatung/das-dzi-rat-ab/nicht-forderungswurdig/).

Transparenz und Siegel

Um sich bei einem Anbieter von Patenschaften ein eigenes Bild zu machen, sollten Sie auf zwei wesentliche Kriterien achten:

1. Gibt der Anbieter klar und transparent Auskunft über die Verwendung der Spenden? Kann auf der Homepage der Organisation beispielsweise ein von einem Prüfer bestätigter, aktueller Geschäftsbericht der Organisation heruntergeladen und eingesehen werden?

2. Trägt die Hilfsorganisation das Spendensiegel des DZI? Dieses Gütesiegel wird nach sorgfältiger Prüfung an gemeinnützige Organisationen vergeben und ist zuverlässig.

Sachliche Informationen notwendig

Wenn Sie eine Patenschaft abschließen, sollten Sie sich auch die folgenden Fragen stellen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden:

- Habe ich die Patenschaft frei und ohne Druck abgeschlossen? Und wenn ich die Patenschaft am Telefon, an der Haustür oder in der Fußgängerzone eher spontan abgeschlossen habe – habe ich bei der Sache auch nach 24 Stunden noch ein gutes Gefühl? Und kann ich zum Beispiel im Internet überprüfen, was mir die Spendenwerber versprochen haben?

- Bin ich von dem Anbieter auf eine sachliche, eindeutige und klare Weise informiert worden? Oder hat der Anbieter eher auf das Gefühl gesetzt?

- Ist der Zahlungsweg sicher? Dies ist besonders wichtig bei Patenschaften, die über das Internet abgeschlossen werden.

- Bekomme ich regelmäßige Auskünfte über die Verwendung meiner Spende? Und erfahre ich genau, wie viel von meiner Spende tatsächlich beim Patenkind und seiner Familie oder seiner Gemeinschaft ankommt?

- Kann ich die Patenschaft jederzeit ohne zusätzliche Kosten kündigen?

- Ist meine Spende steuerlich absetzbar?