Fallen beim Spenden

Spenden sollen ankommen. Wer Geld für einen guten Zweck gibt, möchte, dass dieses Geld möglichst vollständig diesem Zweck zukommt und dort etwas Positives bewirkt.

Das ist der Idealfall. Er tritt in der Praxis jedoch eher selten genau in dieser Form ein. Unterwegs kann ein bestimmter Anteil der Spende für andere Zwecke abgezweigt werden, etwa für den Werbe- und Verwaltungsaufwand der Hilfsorganisation oder die Provision des Spendenwerbers. Auch ist es für den Spender oft nicht völlig transparent, was mit dem Geld wirklich geschieht. Es landet im Topf eines Projekts oder eines Hilfswerks, das dann über die Verwendung der Mittel entscheidet. Da ist Vertrauen ein wesentliches Gut. Wie schnell dieses Vertrauen schwinden kann, haben verschiedene Skandale bei Spendenorganisationen in den vergangenen Jahren gezeigt.

Zwischen Hilfe und Abhängigkeit

Auch ist der Effekt einer Spende mitunter nicht der, den sich der Spender erhofft hat. So kann ein regelmäßiger und dauerhafter Spendenfluss den Spendenempfänger in Passivität und wirtschaftliche Abhängigkeit treiben – ein Effekt, der in der Entwicklungshilfe häufig festgestellt worden ist und in diesem Bereich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Umdenken und zu neuen Hilfsstrategien („Hilfe zur Selbsthilfe“) geführt hat. Und natürlich können Spenden auch missbraucht und für völlig andere Zwecke verwendet werden, als es der Spender beabsichtigt hat. Hier sollte sich der Spender vor seiner Gabe sehr genau informieren.

Nicht unter Druck setzen lassen

Auch bei der Spendenwerbung wird viel Missbrauch getrieben. Der Kampf auf dem Spendenmarkt ist hart. Und besonders in der Vorweihnachtszeit nutzen die Spendenorganisationen  alle Kanäle für die Spendenwerbung.
Seien Sie besonders vorsichtig bei spontaner Spendenwerbung – an der Haustür, am Telefon oder in der Fußgängerzone. Lassen Sie sich lieber Unterlagen über die Spendenorganisation in die Hand drücken, als sofort eine Spendenerklärung zu unterschreiben, es sei denn Sie sind sich Ihrer Sache sicher und Sie wissen genau, um was es geht. Achten Sie aber besonders darauf, dass es sich wirklich um einen gemeinnützigen Zweck handelt. Und lassen Sie sich keinesfalls unter Druck setzen – das ist unseriös und spricht eher dafür, dass Ihre Spende nicht gut aufgehoben ist. Schließlich möchte man, dass Sie eine freiwillige Leistung erbringen, und das verträgt sich nun mal nicht mit Druck.

Diese Hinweise sollen Sie nicht von einer Spende abhalten. Sie sollen nur zeigen, dass Hilfsleistungen wie etwa Geldspenden immer durchdacht sein sollten, damit sie nicht das Gegenteil von dem anrichten, das sie beabsichtigen.