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Fisch aus Aquakultur oder Wildfang?

Fischzug_550395_by_sabine schmidt_pixelio.de

Foto: Sabine Schmidt / PIXELIO

Die Frage, ob Wildfisch besser ist für das Tierwohl oder Fisch aus Aquakulturen, lässt sich nicht so leicht beantworten. Einerseits ist es natürlicher, wenn sich der Fisch frei ohne menschlichen Einfluss entwickelt. Doch wegen des weltweit immensen Bedarfs an Fisch sind die Meere überfischt und die Fischbestände stark geschrumpft. Das belastet zum einen die Nahrungsgrundlage für andere Meerestiere. Zum anderen schaden die üblichen Fangmethoden wie die Schleppnetz- und Tiefseefischerei dem ökologischen Gleichgewicht im Meer und verursachen Tierleid bei Beifang, wie Schildkröten oder Delfine, die neben den Fischen ebenfalls im Netz landen. Aber auch bei Fischen selbst konnte nach neuesten Forschungserkenntnissen die Fähigkeit, Schmerzen zu empfinden, festgestellt werden.

Für die nahe Zukunft geht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aber davon aus, dass schon 2030 knapp zwei Drittel des gesamten weltweiten Fischkonsums von Fischfarmen stammt. Schon heute ist es durchschnittlich jeder zweite Fisch.

Ökologisch und artgerecht gehalten werden Fisch, Garnelen und Co. jedoch nur in Bio-Aquakulturen. Hier wird auf hohe Hygienestandards, ausreichend Platz und umweltfreundliches Futter für die Tiere geachtet. Denn auch Aquazucht-Fische ernähren sich von Fisch. Fast ein Drittel der globalen Fangerträge wird zu Fischmehl weiterverarbeitet. Gerade Raubfische wie Lachs, die beliebteste Fischsorte in Deutschland. Um die Wildbestände nicht weiter zu belasten, forscht man in der Bio-Aquakultur nach Alternativen und hat besondere Regeln für die Fischmehlherstellung festgelegt. Fisch aus Nicht-Bio-Haltung, der zu 89 Prozent in asiatischen Aquakulturen ohne entsprechende Standards gezüchtet wird, ist aus Umwelt- und Tierwohlsicht nicht zu empfehlen.

Bio-Fisch aus Aquakultur gibt es mit dem EU-Bio-Logo, dem Naturland und Bioland. Zum Schutz wild lebender Meerestiere dient außerdem, Fischen wie Karpfen und Wels wieder häufiger den Vorzug auf dem Speiseplan zu geben. Sie können pflanzlich ernährt werden.

Fisch und Meerestiere sollten nur ab und zu gegessen und wieder mehr als Delikatesse wertgeschätzt werden. Zurückhaltender Konsum trägt entscheidend dazu bei, die Tiere vor menschlicher Ausbeute zu schützen. Bereits akut vom Aussterben bedrohte Arten gehören bis zur Erholung der Bestände gar nicht mehr auf den Teller.  Welche Sorten das sind zeigt der Fisch-Einkaufsratgeber von Greenpeace:

www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei/neuer-einkaufsratgeber-fisch