Tierwohl-Initiative für Schwein und Geflügel

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Foto: Annett B. / PIXELIO

Um das Tierwohl-Niveau auch in der konventionellen Nutztierhaltung anzuheben, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft 2014 die Tierwohl-Initiative "Eine Frage der Haltung – neue Wege für mehr Tierwohl" gestartet. Gemeinsam mit Landwirten, dem Einzelhandel und der Fleischwirtschaft sollen höhere Standards zunächst für die am häufigsten gehaltenen Nutztiere Schweine und Geflügel umgesetzt werden. Die Teilnahme ist sowohl für Landwirte als auch für Einzelhändler freiwillig.

Entschließt sich ein Landwirt beim Tierwohl-Programm mitzumachen, muss er bestimmte Muss- und Kann-Kriterien erfüllen. Verpflichtend ist zum Beispiel eine jährliche Überprüfung des Betriebes, die Teilnahme an einem System zur Qualitätssicherung, eine bestimmte Mindestmenge an Tageslicht im Stall und auch die genaue Angabe der Antibiotikamengen, mit denen die Tiere behandelt wurden. Darüber hinaus kann er sich entscheiden, ob er seinen Tieren mehr  Platz, Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Auf lange Sicht sollen auch Rinder nur noch schmerzfrei enthornt und keine Schnäbel von Legehennen und Puten sowie Schwänze von Schweinen mehr gekürzt werden. Noch ist dies in der konventionellen Intensivtierhaltung üblich. Die Zeitvorgaben für den Verzicht auf diese Methoden legen die Betriebe selbst fest.

Für die Teilnahme an der Tierwohl Initiative erhält der Bauer einen Zuschuss. Das Geld dafür kommt von fast allen großen Einzelhandelsketten in Deutschland. Seit dem Januar 2015 zahlen sie die nächsten drei Jahre für die Initiative in einen Tierwohlfonds ein. Vier Cent für jedes verkaufte Kilo Fleisch- und Wurstwaren. Je höher also der Umsatz mit Fleisch- und Wurstwaren, desto mehr Geld steht zur Förderung des Tierwohls zur Verfügung. Allerdings zählen auch die Fleischprodukte schlechterer Haltungsformen dazu. Der Haken ist, das Prinzip funktioniert in der Form nur, solange weiterhin ausgiebig Fleisch konsumiert wird. Anreize dafür Produktion und Verzehr von Fleisch generell etwas zurückzufahren entstehen dadurch nicht.