Schuhe, Taschen und Accessoires aus Leder

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Foto: Petra Borck / PIXELIO

Aus Tierschutzsicht ist die Verwendung von Leder umstritten. Zumindest in einem Punkt sind sich viele aber einig. Für Leder dürfen keine wild lebenden, exotischen oder eigens dafür gehaltenen Tiere getötet werden. Ledersorten dieser Art wie Schlangen- oder Krokodilsleder sind, zumindest in Deutschland, verpönt und selten. Ein Label bei Schuhen den Verzicht auf Leder von wild lebenden oder bedrohten Tierarten garantiert ist der Blaue Engel.


Blauer Engel

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Blauer Engel Schuhe


Vielleicht hätten Sie den Blauen Engel nicht an dieser Stelle erwartet, wird das älteste staatliche Umweltzeichen der Welt doch normalerweise nicht mit Tierschutz in Verbindung gebracht. Seit 1978 wird der Blaue Engel vergeben für Produkte, die in ihren Produktgruppen deutliche ökologische Verbesserungen darstellen gegenüber konkurrierenden Produkten. Doch es gibt auch Felder, in denen der Blaue Engel eine Relevanz für Verbraucher mit Tierwohlorientierung hat. Zum Beispiel bei der Produktion von Lederschuhen. Wenn diese den Blauen Engel tragen, bedeutet das primär, dass hohe Umweltstandards erfüllt sein müssen und die Schuhe keine gesundheitsgefährdenden Chemikalien enthalten. Die verwendeten Häute und Felle müssen von landwirtschaftlichen Nutztieren stammen. Wild lebende oder bedrohte Tierarten sind von der Nutzung ausdrücklich ausgeschlossen. Ein Griff zu Schuhen mit dem Blauen Engel ist also gleichzeitig ein Beitrag zum Artenschutz.

IVN Naturleder

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Das Rohmaterial für die Lederherstellung ist die tierische Haut. Hier ist es wichtig, dass die Tiere, von denen die Rohhäute stammen, vorwiegend zur Fleischgewinnung gehalten werden. So fällt zusätzlich keine umweltbelastende Tierzucht an. Wildlebende oder vom Aussterben bedrohte Tierrassen sind bei NATURLEDER Produkten ausgeschlossen.

Tierschützer und kritische Verbraucher sehen allerdings auch Leder von konventionellen Nutztieren kritisch, weil es, genauso wie Fleisch, überwiegend nicht aus artgerechter Haltung kommt. Zwar gibt es Labels für Leder aus umweltfreundlicherer Verarbeitung. Für Leder aus Bio-Haltung gibt es aber bisher keine Zertifizierung. Auch, weil Schlachtunternehmen die Tiere nicht nach Bio- und Nicht-Bio trennen und entsprechende Handelsstrukturen fehlen.

Den größten Anteil am Lederhandel machen Häute von Rindern aus. Am meisten Leder verbraucht die Modebranche. Hier wird über 80 Prozent des Leders verwendet. Länder wie Italien, China, Südamerika und Indien sind wichtige Lederlieferanten von Leder und fertigen Lederwaren. Transparenz in Sachen Tierhaltung fehlen. In Dokumentarfilmen haben Tierschutzorganisationen zudem erschreckende Zustände in der asiatischen Lederindustrie wie in Indien, Bangladesh und China aufgedeckt. Doch wenn manche Anbieter von Lederkleidung als Herkunftsort Europa angeben, garantiert das keine tierfreundlichen Herstellungsbedingungen. Die genauen Bedingungen, unter welchen die Tiere gelebt haben, sind kaum herauszufinden.