Wasser

Schnelles Wasser, Foto: Hanseat / pixelio.de

Chemisch ist Wasser bekanntlich eine simple Verbindung: Einmal Sauer-, zweimal Wasserstoff – so einfach ist das Rezept für jenes Element, ohne das es kein Leben auf der Erde gäbe. Fest, flüssig und als Gas – nur Wasser kommt in der irdischen Natur in allen drei Aggregatzuständen vor. Der Astronom Anders Celsius nutzte diese Eigenschaft aus und fixierte die Skala eines Quecksilberthermometers mit dem Gefrier- und dem Siedepunkt von Wasser. Auch heute regt das klare Nass den Geist findiger Forscher an, die zum Beispiel grübeln, wie Wasserstoff günstig erzeugt werden kann. In der Vergangenheit beflügelte Wasser aber vor allem die künstlerische und spirituelle Vorstellungskraft:

Glitzernde oder dunkle Wasseroberflächen wirken geheimnisvoll, schließlich sind sie der Übergang in eine unsichtbare Welt, in der Landbewohner nur Gast sein können. Noch immer sind weite Teile der Tiefsee unbekannt wie der Weltraum. Kein Wunder, dass viele Mythen und Legenden im Wasser verortet wurden: das Ungeheuer von Loch Ness, der Wassergott Poseidon, die versunkene Stadt Vineta, das Inselreich Atlantis, Geisterschiffe, Nixen oder Nymphen. Im Mittelalter vermutete man hierzulande in Seen und Flüssen Undinen – weibliche und betörend singende Wassergeister. Während die seltsamen Wasserwesen heute nur noch Märchenstoff sind, wirkt Wasser selbst nach wie vor in schwer erklärbarer Weise auf das menschliche Befinden: viele finden es besonders angenehm, dem Meeresrauschen, Plätschern eines Brunnens oder Trommeln von Regentropfen zu lauschen. Oder tun sich mit Schwimmen, Sauna oder einem Thermalbad etwas Gutes.

Wasser ist auch in Sprache und Sprüche eingeflossen: Erholt aussehende Menschen sind „in einen Jungbrunnen gefallen“, über Zurückhaltende, denen man mehr zutraut als sie preisgeben, heißt es „stille Wasser sind tief“. Und während manche Maßnahmen wie „ein Tropfen auf den heißen Stein“ wirken, lässt der Spruch „steter Tropfen höhlt den Stein“ hoffen, dass sich Hartnäckigkeit am Ende doch auszahlt. Vor allem aber ist Wasser eins: ein Lebenselixier. In unserem Themenschwerpunkt geht es deswegen um Wasser als Lebensmittel und Mangelware und als wichtiger Teil zerbrechlicher Ökosysteme.

                                             

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