Der Begriff

Die Idee des ethisch-ökologischen Investments hat ihren Ursprung im anglo-amerikanischen Raum. Vor dem Hintergrund der Apartheid in Südafrika, des Vietnamkrieges aber auch der Bewegungen gegen Alkohol und Tabak entstanden in den 1970er Jahren in den USA und Großbritannien erste Finanzprodukte, die deutlich Stellung bezogen. So entstanden erstmals Finanzprodukte, z.B. Fonds, mit Ausschlusskriterien für diese Aktivitäten. Im deutschsprachigen Raum forderten Aktivisten der Umwelt- und Friedensbewegung schon in den 1980er Jahren mehr Transparenz im Bankenmilieu, um ihren moralischen Anspruch auch bei Geldanlagen anwenden zu können. Anfangs erwiesen sich die wenigsten Finanzprodukte mit strengen ethischen - und etwas später auch ökologischen - Kriterien als renditestark, was von den Anlegern jedoch aus politischer Überzeugung akzeptiert wurde.

In den 1990er Jahren wurde die Idee der Nachhaltigkeit zunehmend wichtig für ethisch motiviertes Investment. Weltweit folgten immer mehr Unternehmen der Philosophie, dass Wachstums- und Ertragsziele in Einklang mit den Anforderungen des Umweltschutzes sowie der sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und nachfolgenden Generationen stehen sollten. Viele Akteure beziehen sich dabei bis heute auf das Leitbild der Agenda 21, wie sie die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung ("Brundtland-Kommission") 1987 beschrieben hatte: "Entwicklung zukunftsfähig machen, heißt, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können."

Seit der ersten UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro, gilt der Begriff der Nachhaltigkeit als Leitbild für eine zukunftsfähige Entwicklung ("Sustainable Development") der Menschheit und entwickelt sich mehr und mehr zu einem Ziel, das den Weg in die Köpfe der Menschen findet und das Handeln bestimmt - auch im Bereich der Finanzdienstleistungen. Dabei gilt heute das Bestreben, dass "Nachhaltiges Investment" gleichermaßen Renditeforderungen und nicht-finanzielle Kriterien, wie z.B. Ökologie und Ethik, berücksichtigt, um für Anleger, Anbieter, Umwelt und Gesellschaft einen Mehrwert darzustellen.