Büromöbel

Bei der Entscheidung für Büromöbel sollte neben der Ergonomie auch die Schadstofffreiheit von Tischen, Stühlen und Aktenschränken eine Rolle spielen. Schließlich sollen die Möbel, an und zwischen denen die Mitarbeiter einen Großteil ihres Tages verbringen Ästhetik mit Funktionalität verbinden und zugleich gesundheitsverträglich sein.

Arbeitsplätze sind meist bestimmt von Möbeln aus beschichteten Holzwerkstoffen wie Span- oder Faserplatten. Das ist durchaus kein ökologischer Nachteil, denn solche Holzwerkstoffe sind ein hochwertiger Markt für Rest- und Althölzer, die ansonsten entsorgt werden müssten. Eine Spanplatte etwa besteht aus durchschnittlich 60 % Alt- und Restholz. Den Rest steuern Schwachhölzer bei, die beim Durchforsten der einheimischen Wälder in großen Mengen anfallen. Holzwerkstoffe können also durchaus in umweltverträglicher Produktion ohne die Verwendung von Importhölzern aus Urwaldgebieten in den Tropen oder den nördlichen Breiten hergestellt werfen.

Auf der anderen Seite können Möbel aus Holzwerkstoffen aufgrund ihrer großen Oberfläche und ihrer langen Lebensdauer eine wesentliche Quelle für die Belastung der Innenraumluft sein. Sowohl die Holzwerkstoffe selbst als auch die Kleber, Leime und Beschichtungen können Schadstoffquellen sein. Zwar schränken gesetzliche Regelungen Gesundheitsgefährdungen dadurch ein, dass sie gefährliche Stoffe wie Holzschutzmittel, Pentachlorphenol (in Ledermöbeln) oder Azofarbstoffe (in Textilbezügen) in Möbeln verbieten. Für Formaldehyd gilt mit der so genannten E1-Norm ein als Grenzwert von 0,1 ppm (Parts per Million; 0,1 Teilchen Formaldehyd auf eine Millionen Teilchen Raumluft) für die maximale Raumluftbelastung.

Dennoch: Es geht besser. Gerade in Büros stehen besonders viele Möbel aus beschichteten Holzwerkstoffen, zwischen denen sich die Mitarbeiter viele Stunden am Tag bewegen. Dass sie dabei so wenig Schadstoffen wie möglich ausgesetzt sein sollten, liegt auf der Hand. Eine gute Orientierung bietet hier der Blaue Engel, der emissionsarme Möbel auf den ersten Blick kenntlich macht. Er setzt strenge Maßstäbe für die wichtigsten von Möbeln verursachten Emissionen und verbindet gesundheitliche mit ökologischen Kriterien. So ist die Freisetzung von Schadstoffen beim Blauen Engel streng begrenzt. Als Grundlage dient dabei ein eigens für den Blauen Engel entwickeltes Prüfverfahren, bei dem die aus Möbeln freigesetzten Stoffe in einer luftdichten Kammer unter konstanten Klimabedingungen innerhalb von 28 Tagen mehrmals gemessen und analysiert werden. 50 unterschiedliche organische Verbindungen ließen sich auf diese Weise in der Raumluft nachweisen, vor allem Lösemittel aus den Beschichtungssystemen, aber auch einige Weichmacher und Stoffe aus dem Holz selbst. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sind die Grenzwerte für das Umweltzeichen für emissionsarme Möbel entwickelt worden.

Büromöbel mit dem Blauen Engel sind

  • auf Schadstoffe geprüft, unter anderem auf Formaldehyd, Lösemittel und Weichmacher, 
  • stabil und sicher gebaut, reparaturfreundlich durch langfristig verfügbare Ersatzteile,
  • aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammenden Hölzern gebaut sowie recyclingfreundlich weil keine halogenorganischen Verbindungen und andere störende Stoffe enthalten sind.

Umwelt und Menschen profitieren bei der Auswahl von Bilderrahmen, Regalen, Büromöbeln und anderen Holzprodukten von einer Entscheidung für Holz aus nachhaltiger Produktion. Sie verbinden die ökologischen Vorzüge des natürlichen Rohstoffs Holz mit umweltgerechter und sozialverträglicher Waldbewirtschaftung, bei der auch die Rechte der Menschen am Lebens- und Wirtschaftsraum Wald berücksichtigt werden. Derzeit ist die Vernichtung von Wäldern weltweit eines der größten Umweltprobleme. Sie treibt das Artensterben voran, heizt das Klima auf, fördert das Vordringen von Wüsten und beraubt zahlreiche Menschen ihrer Lebensgrundlage. Holzprodukte aus nachhaltiger Waldwirtschaft sind, ob fürs Büro oder zu Hause, am FSC-Siegel zu erkennen.

Das Zeichen steht für zehn weltweit gültige Prinzipien für eine nachhaltige Waldwirtschaft, die Ökologie, soziale Belange und ökonomische Ansprüche gleichermaßen berücksichtigen. Diese Grundkriterien sehen die Einhaltung der relevanten Gesetze, eine effiziente und zukunftsfähige Nutzung der Wälder, die Erstellung eines angemessenen Bewirtschaftungsplans, die Berücksichtigung traditioneller Nutzungsrechte von Ureinwohnern, Maßnahmen zur Erhaltung der ökologischen Funktionen der Wälder, den Erhalt von Naturwäldern sowie arbeitsrechtliche Vorgaben vor. Auf dieser Grundlage sieht der deutsche FSC-Standard zusätzlich unter anderem die folgenden Auflagen vor:

  • Verbot von Pestiziden, Bioziden und Düngemitteln.
  • Verbot von Monokulturen und Kahlschlägen. Totholz muss ebenfalls im Wald verbleiben.
  • Eine natürliche Verjüngung des Waldes wird sichergestellt. Die Artenvielfalt soll gezielt gefördert werden.
  • Der Einsatz von Maschinen ist auf Waldwege und Rückegassen beschränkt.
  • Das Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt. Es hat Zugang zu regelmäßigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Die Arbeitssicherheit ist gewährleistet.